Hep Monatzeder erlebt als Aufsichtsratschefunruhige Wochen. ms

Kliniken Schwabing und Harlaching dürfen weiter operieren

München - Die Stadt durchleuchtet ihre Kliniken, nachdem in Bogenhausen und Neuperlach verdrecktes Besteck aufgetaucht war. Schwabing und Harlaching dürfen operieren - ein Gerät aber wurde stillgelegt.

Nach dem Hygiene-Skandal an den Krankenhäusern Bogenhausen und Neuperlach hat die Stadt nun auch ihre Kliniken in Schwabing und Harlaching untersuchen lassen und grünes Licht für weitere Operationen gegeben. Allerdings musste eingeräumt werden, dass ein Gerät zur Sterilgutaufbereitung in der Abteilung für Kinderonkologie im Krankenhaus Schwabing vorsorglich stillgelegt wurde. Offenbar gab es dort Probleme bei der Dokumentation, welche Geräte darin gereinigt wurden.

Der Apparat soll aber wieder in Betrieb genommen werden, sagte der Aufsichtsratschef des Stadtklinikums, Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne). Binnen zwei Wochen werde das Problem beseitigt.

Die Prüfungen in den Krankenhäusern Schwabing und Harlaching hatten externe Fachberater vorgenommen. Das Gesundheitsreferat teilte nach Abschluss der Untersuchungen gestern mit, dass die Aufbereitung der Medizinprodukte und damit auch der Operationsbetrieb in beiden Kliniken ungehindert weiterlaufen könnten. Es gebe „keine Schwachstellen bei der Personal- und Basishygiene“ der zentralen Sterilgutabteilungen, hieß es. Bei der chemischen Analyse von OP-Instrumenten seien keine organischen Rückstände wie Blutspuren gefunden worden. Instrumente mit der höchsten Risikoeingruppierung bei der Sterilisation würden in beiden Kliniken nicht aufbereitet. Sowohl im Schwabinger als auch im Harlachinger Krankenhaus würden in diesem Fall Einwegprodukte genutzt. Verbesserungswürdig sei hingegen die EDV-Ausstattung und die allgemeine Dokumentation. Zudem seien kleinere Baumaßnahmen geplant, zum Beispiel eine Personalschleuse. Die Ergebnisse der Untersuchung würden nun an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, sagte Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne). Die Justizbehörde ermittelt in dem Hygiene-Skandal weiterhin gegen Unbekannt - unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung.

In den anderen beiden städtischen Krankenhäusern Bogenhausen und Neuperlach, die wegen der Hygiene-Probleme Operationen vorübergehend aussetzen mussten, sind nach Auskunft des Stadtklinikums wieder 50 bis 70 Prozent des OP-Betriebs möglich. Das notwendige Besteck wird von anderen Kliniken in und um München bezogen. Auch die eigene Sterilgutaufbereitung solle baldmöglichst wieder in Betrieb genommen werden. Nach „vorsichtiger Schätzung“ könne dies in vier bis sechs Wochen der Fall sein, teilte die Klinik GmbH mit.

Matthias Kristlbauer

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