Ehrgeizige Pläne: Im Klinikum Harlaching soll kaum etwas so bleiben, wie es derzeit ist. grafik: Ertl

Klinikum Harlaching wird neu gebaut

München - Das Krankenhaus Harlaching soll in den nächsten zehn Jahren neu entstehen. Die Klinikum München GmbH hat Zuschüsse für ein Sanierungskonzept beantragt, das 200 Millionen Euro kostet.

Etliche Gebäude des Harlachinger Krankenhauses, das zum städtischen Klinikum gehört, gelten seit Jahren als dringende Sanierungsfälle, nicht zuletzt aus Brandschutzgründen. Die absehbar hohen Kosten ließen Ende 2008 sogar die Befürchtung aufkommen, die städtische Klinik-GmbH könne das Haus am Perlacher Forst ganz schließen.

Davon ist nicht mehr die Rede - im Gegenteil: Das nun in groben Zügen vorliegende Sanierungskonzept kann als Bekenntnis der Klinik-GmbH zum Standort Harlaching gewertet werden. Geld in marode Mauer zu stecken, ist nicht vorgesehen. Vielmehr sollen Neubauten auf dem weitläufigen Areal die alten Häuser ersetzen, wie Klinikums-Pressesprecher Michel Rodzynek erläutert. Nur die rund 100 Jahre alten denkmalgeschützten Häuser sollen stehen bleiben. Geschäftsführer Franz Hafner sieht in dem Radikal-Konzept die Chance, „die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, indem wir zum Beispiel mehr Patientenkomfort schaffen“, wie Rodzynek sagt. Drei- und Vierbett-Zimmer werden nach Abschluss der Maßnahmen der Vergangenheit angehören: Nur noch zu zweit müssen sich Patienten künftig ein Zimmer teilen. Die Neubauten sollen nach dem Passivhaus-Prinzip möglichst energiesparend konstruiert werden und geringe Unterhaltskosten verursachen.

Der Zuschuss-Antrag für den ersten, rund 100 Millionen Euro teuren Bauabschnitt ist gestellt. „Wir hoffen auf eine Zusage des Ministeriums bis Mitte 2011“, sagt Rodzynek. 2012 könnten dann die Arbeiten beginnen. Bis 2015 sollen westlich des heutigen Hauptgebäudes, zur Geiselgasteigstraße hin, Neubauten für die Kinderklinik, das Eltern-Kind-Zentrum, die Notaufnahme und den OP-Bereich entstehen. Nach dem Umzug wird das alte Haus abgerissen. Bauabschnitt 2 soll nach dem gleichen Muster bis zum Jahr 2020 vollendet werden.

Der Vorteil dieser Methode: Der Klinik-Betrieb kann während der Bauphase in vollem Umfang aufrecht erhalten werden. Auch danach sind keine Einschnitte vorgesehen: Harlaching werde weiter medizinische Maximalversorgung bieten, versichert Rodzynek.

Derzeit laufen die Feinplanungen. Geprüft werde zum Beispiel, wo man zusätzliche Parkhaus-Kapazitäten schaffen könne, so Rodzynek. Sicher scheint bereits, dass auf dem Dach eines der Neubauten ein Hubschrauberlandeplatz angelegt wird. Der werde jedoch nur für Flüge der Klinik genutzt, wenn beispielsweise Patienten verlegt werden müssen, sagt der Sprecher. Der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 1, der seit 1970 am Klinikum Harlaching stationiert ist, bleibt auf seinem Platz im Süden des Areals.

Der Zuschussantrag sei eingegangen, bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Sobald die Entwurfsplanung vorliege, die gerade von der Regierung von Oberbayern geprüft wird, werde sich ein Fachgremium damit befassen. Diesem Kreis gehören Vertreter von Krankenkassen, bayerischer Krankenhausgesellschaft und kommunalen Spitzenverbänden an. Auf Basis ihrer Empfehlungen entscheidet der Ministerrat.

Über mögliche Zuschuss-Summen hält man sich im Ministerium bedeckt. Auch das Klinikum will mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen mit der Politik keine Zahlen nennen. Nur soviel sagt Rodzynek: „Wir wissen, dass wir einen Anteil selbst zu tragen haben. Aber wir haben positive Signale, dass der Freistaat sich an der Finanzierung beteiligt.“

Peter T. Schmidt

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