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Das Heizkraftwerk Nord wird wohl vorerst weiter Kohle verbrennen. 

Heizkraftwerk Nord Unterföhring

Kohle-Aus: Stadtrat entscheidet am Dienstag - Verwaltung bleibt bei ihrer Einschätzung

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Die Stadtverwaltung hält an der Einschätzung fest, dass der Kohleblock im Heizkraftwerk Nord nicht bereits 2022 stillgelegt werden kann. Wie berichtet, hatte der Stadtrat eine Entscheidung über die Zukunft der Steinkohleverbrennung vertragt. Jetzt soll sie am Dienstag fallen.

Einzelne Fraktionen hatten noch Fragen zum Gutachten des TÜV. In der Sitzungsvorlage für kommenden Dienstag sind über 30 Fragen beantwortet worden. Aus Sicht des Wirtschaftreferates ändern diese Antworten an der grundsätzlichen Bewertung des Gutachtens nichts.

Das kam, wie berichtet, zu dem Schluss, dass eine Abschaltung des Kohleblocks 2022 aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist. Zwischenzeitlich hat zudem die Bundesnetzagentur eine Stilllegung im Jahr 2022 untersagt. Die TÜV-Gutachter hatten überdies mehrere Szenarien untersucht, wie dennoch am ehesten dem Willen des Bürgerentscheids „Raus aus der Steinkohle“ aus 2017 Rechnung getragen werden kann. Damals hatte eine Mehrheit der Münchner dafür votiert, den Block 2022 stillzulegen. 

Am ehesten würde dem Votum entsprochen, indem der CO2-Ausstoß größtmöglich reduziert wird. Dies wäre der Fall, wenn das Kraftwerk bis Ende 2028 weiterbetrieben würde, allerdings in Teillast. Über den Sommer würde dann drei Monate beispielsweise gar nicht geheizt. Während bei der Stromversorgung in allen Ausstiegsszenarien keine Engpässe zu erwarten sind, wäre die Versorgungssicherheit mit Wärme am größten, wenn der Meiler ohne Teillast bis Ende 2028 weiterbetrieben würde.

Ein weiterer Aspekt für eine Entscheidung sind die Kosten. Betreibt die Stadt das Kraftwerk bis Ende 2028 in Teillast weiter, würde sie rund 343 Millionen Euro ausgeben müssen. Der Ausstoß an CO2 würde sich münchenweit um 35 Prozent reduzieren. Lassen die Stadtwerke den Kohleblock bis 2028 ohne Teillast am Netz, kämen lediglich 165 Millionen Euro Kosten auf die Stadt zu. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid würde sich aber auch um 21 Prozent reduzieren, weil die Stadtwerke in den kommenden Jahren sukzessive auf erneuerbare Energien, etwa Geothermie, umstellen.

Der Stadtrat wird am Dienstag entscheiden, das hatte OB Dieter Reiter (SPD) in der Oktobersitzung angekündigt. „Ich ahne, dass die Antworten nicht alle zufriedenstellen werden. Aber eine nächste und übernächste Fragerunde wird es nicht geben. Die Entscheidung muss politisch getroffen werden.“

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