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Hier wird Lothar H. abtransportiert in die Klinik. Den Namen seiner Rocker-Vereinigung hat er sich ins Gesicht tätowieren lassen. 

Verhandlung abgebrochen

Kollaps vor Gericht! Hells Angel Lothar H. muss in Klinik

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Das war offenbar zu viel für den harten Rocker: Im Verhandlungssaal bricht der Hells Angel Lothar H. plötzlich zusammen. Er steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht.

München - Vor Gericht haut es auch die stärksten Männer um. Gestern um 10.15 Uhr: Im Verhandlungssaal B 162 liegt Lothar H. plötzlich am Boden. Der Rocker ist zusammengeklappt – und kaum noch ansprechbar. Alarm im Strafjustizzentrum! Der Notarzt muss kommen und den zwei Meter großen Hünen mit einer Trage zum Sanka bringen. Im Flur bewachen Dutzende Einsatzkräfte den Transport, der direkt zum Deutschen Herzzentrum geht. Dort wird Lothar H. nun gründlich untersucht.

Wegen versuchten Totschlags steht der Rocker eigentlich vor Gericht. Er soll einen Wildbiesler am Hauptbahnhof mit einem Messer attackiert haben. Lange schwieg H. zu den Vorwürfen, kürzlich sagte er dann doch aus.

Angeblich habe er sich gegen den Wildbiesler nur gewehrt – und deshalb sein Messer gezückt. Brisant: Richter Norbert Riedmann lud daraufhin alle Zeugen noch einmal, auch das Stich-Opfer. Er sollte gestern erneut aussagen. Doch kurz zuvor sackte Lothar H. von der Anklagebank…

„Das war ein Kollaps mit Ansage“, sagt Verteidiger Stephan Lucas. Denn schon länger leide Lothar H. unter gesundheitlichen Problemen. Tage vor dem Prozesstag habe der Rocker zudem nichts essen können. „Aber kein vom Gericht bestellter Arzt hat ihn untersucht.“

Nach dem Zusammenbruch beendete Richter Norbert Riedmann die Sitzung. Gegen ihn erhebt die Frau des Angeklagten nun Vorwürfe: „Mein Mann ist doch schon gestraft genug“, meint sie. Seit einer Wirbel-OP leide Lothar H. an hohem Blutdruck und Schwindel. „Er könnte sterben, wenn ihn jemand in den Schwitzkasten nimmt.“ Daher habe der Rocker sich in der Tatnacht so stark gewehrt. Nun brauche er selbst die Hilfe der Ärzte. 

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