Schwere Versäumnisse

Kommentar zur Arnulfsteg-Entscheidung: Kaum nachzuvollziehen

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München - Wegen einer Panne ist das Projekt Arnulfsteg seit Mittwoch Geschichte. Es scheitert an den Ausschreibungsunterlagen. Absurd, findet Merkur-Redakteurin Christine Ulrich.

Es ist absurd: Im Arnulfpark befinden sich Münchens modernste Arbeitsplätze, seit Unternehmen wie Google dort eingezogen sind. Doch zur Arbeit kommen die Leute, indem sie sich über Donnersberger- oder Hackerbrücke stauen – oder neben dem Stau her radeln oder laufen. Auch tausende Anwohner sind betroffen. Warum hat die Stadt das Gebiet nicht gleich besser angebunden? Immerhin wird seit Jahren an der Lösung geplant: einer neuen Brücke über die Gleise. Und es ist schwer erträglich, wenn das Projekt nun wieder verschoben wird.

Klar ist das ein hochkomplexes Unterfangen: zu bauen, wo Züge im Minutentakt verkehren. Wo Stadt und Bahn eng kooperieren müssen. Doch der Bürger kann kaum nachvollziehen, dass ein so wichtiges Verkehrsprojekt nun an einem mittelalterlich anmutenden Vorgang zu scheitern droht: an einem Streit darüber, was in Ausschreibungsunterlagen steht. Es muss doch klar gewesen sein, wie die Brückenteile beschaffen sein müssen? Wer verantwortlich ist, muss nun herausgefunden werden.

Doch wer auch immer: Umso schwerer würden die Versäumnisse wiegen, müsste die Bahn aus Planungsgründen die Sperrungen beibehalten, obwohl nichts gebaut wird. Dann leiden nicht nur die, die den Arnulfsteg brauchen, sondern zigtausenden Bahnfahrern würde ein weitgehend sinnfreier Baustellen-Fahrplan zugemutet. Keine guten Nachrichten für Münchens Mobilität.

Rubriklistenbild: © Haag

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