Christine Ulrich. 

Erzieherstellen werden gestrichen

Kita-Schlüssel: Keine Angleichung nach unten!

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Bis Ende 2018 sollen alle Einrichtungen in etwa denselben Anstellungsschlüssel haben. Dies umzusetzen hat nun seltsame Auswirkungen. Lokalredakteurin Christine Ulrich kommentiert.

Die Stadt streicht Erzieherstellen. Ja, ist München denn ein Tollhaus? Da hat man eine funktionierende Kita mit stabilem Team, doch das wird aufgelöst – weil es mehr Pädagogen sind, als die Stadt fördern will. 

Zunächst: Der Gerechtigkeitsgedanke, dass alle Kitas gleich gut mit Personal ausgestattet sein sollen, ist richtig. Alles andere führt zu Ungleichgewichten. Und dass die Stadt mehr fördert als der Freistaat, ist ihr hoch anzurechnen. Aber: Es darf doch keine Angleichung nach unten sein! Gerade heute, da nach dem Kita-Ausbau endlich die Qualität ernst genommen werden muss. Das heißt: genug Personal, um Zeit zum Vorlesen und für Ausflüge zu haben. Solche Arbeitsbedingungen machen Kitas übrigens auch für Erzieher attraktiv. Doch erst 2016 monierte die Bertelsmann-Stiftung, dass auch in Bayern der Betreuungsschlüssel noch zu schlecht sei. Sinnvoll wäre eine Erzieherin für drei Krippen- oder 7,5 Kindergartenkinder. In Bayern sind es 3,8 respektive 8,8 Kinder: mangelhaft. Hinzu kommt, dass die Förderungsberechnung hochkompliziert ist, im Landesgesetz wie in der Münchner Formel. Und so hat es die Stadt auch noch vergeigt, den Kitas die Kürzungen so zu vermitteln, dass sie sie verstehen. Natürlich bleibt die Frage, woher Pädagogen nehmen. Aber haben sich nicht SPD, CDU und CSU das Thema Kinderbetreuung ins Bundestagswahlprogramm geschrieben? Sie sollten endlich Lösungen liefern.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zum Thema: Betreuungs-Schock! Münchner Kitas müssen Erzieher abgeben

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