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tz-Redakteur Matthias Bieber. 

Kommentar zu Wir sind alle von wo!

Kundgebung in München: Aufstehen fürs Miteinander

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München - Rocken gegen die Angst: Am heutigen Donnerstag ruft das Flüchtlingshilfsprojekt Bellevue di Monaco um 18 Uhr zu einer Kundgebung auf. Motto: Wir sind alle von wo! Angst? Sicher ned! Mit dabei sind diverse Musikstars und hoffentlich viele Münchner. Unser Autor Matthias Bieber schreibt, warum dies wichtig ist. 

Ich habe es gerade wieder selbst am eigenen Leib erfahren: Es fällt schwer, aufzustehen und sich für andere einzusetzen. In der S-Bahn Richtung Freising kollabierte ein Mann, und die Menschen standen und saßen planlos herum – aus Hilflosigkeit, aus Überforderung. Ein Mann allerdings reagierte, und ich half mit, so gut ich konnte. Indem ich durch das Zugabteil lief und laut fragte, ob ein Arzt anwesend sei. Auch hier blickte ich in unsichere, ja ängstliche Gesichter – was will der Typ da bloß, der so laut brüllend durchs Abteil läuft?! Es ist die Angst vor dem Ungewissen, die Angst vor dem Ungewohnten. Und diese Angst schadet. 

Umso wichtiger ist es, dass heute um 18 Uhr auf Münchens prächtigstem Platz – dem Max-Joseph-Platz vorm Nationaltheater – wieder ein Zeichen gesetzt wird. Mit Musik, mit Stars. Und vor allem: mit Ihnen! Es ist keine parteipolitische Aktion, sondern eine menschliche. Ein Zeichen für Vielfalt, für Neugier und Vertrauen. Denn nur so, durch Öffnen statt Abschottung, können wir den schleichenden Rechtsruck aus Angst vor dem Neuen wirksam bekämpfen. Es ist wohl kein Zufall, dass gerade die Kunst das am besten kann. Weil sie gerade davon lebt, dass immer wieder Einflüsse aus verschiedensten Kulturkreisen einfließen, angeeignet werden, damit etwas Neues wächst. 

Übrigens: Der Mann, der in der Bahn zusammengebrochen war, wurde vom Notarzt versorgt. Und die S-Bahn konnte weiterfahren. Einige Passagiere murrten wegen der Verspätung.

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