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Katrin Habenschaden sagt in ihrer Bewerbungsrede für die OB-Wahl 2020 Autos in München den Kampf an.

Mit 99 Prozent der Stimmen gekürt

München: Grüne OB-Kandidatin Habenschaden sagt Autos den Kampf an

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OB-Wahl 2020 in München: Katrin Habenschaden sagt in ihrer Bewerbungsrede Autos in der Stadt den Kampf an. Das sind ihre Pläne als Oberbürgermeisterin.

Update vom 17. September 2019: Paukenschlag nach dem Parteitag! Völlig überraschend hat Münchens Grünen-Chefin Gudrun Lux am Dienstag ihren Rücktritt erklärt.

Update vom 16. September: Die grüne OB-Spitzenkandidatin Katrin Habenschaden setzt im Wahlkampf auf eine Anti-Auto-Politik in München. Bei ihrer Rede während der Aufstellungsversammlung im MOC am Samstag warnte sie vor einem „Verkehrsinfarkt“ in der Millionenstadt. Als Oberbürgermeisterin will sie sich Autos vorknöpfen, die ihrer Meinung nach zu viel Platz verbrauchen. Habenschaden kündigte an: „Ich werde als OB dafür sorgen, dass die Menschen in unserer Stadt wieder Vorrang haben, nicht die Autos.“

Habenschaden machte auch dicke SUVs als Problem aus, die ihrer Meinung nach auf Münchens Straßen zu viel Platz einnähmen. Für sie sind "zwölf Quadratmetern des wertvollen Raumes in dieser Stadt mit hohen Bodenpreisen" ein Unding, die jedes Auto beim Parken brauche.

Die GroKo im Münchner Rathaus kämpfe um jeden Parkplatz in der Stadt, als würde das Abendland untergehen. Damit dürfte klar sein: Sollte Habenschaden im März Münchens Oberbürgermeisterin werden, dann müssen sich wohl viele Autofahrer in der Stadt umschauen. 

Grün greift an: 99 Prozent für Habenschaden - Kampf ums Münchner Rathaus ist eröffnet

Erstmeldung vom 15. September 2019: Die Grünen haben ihre Stadtratsliste für die OB-Wahl 2020 aufgestellt und OB-Kandidatin Katrin Habenschaden mit 99 Prozent der Stimmen gekürt.

Wahnsinnig aufgeregt sei sie gewesen, verrät Katrin Habenschaden. Damals, vor sechs Jahren im Löwenbräukeller, als sie sich erstmals für die Stadtratsliste aufstellen ließ, auf Platz neun, da pochte das Herz, der Puls ging in die Höhe. Beim Parteitag im März, als Habenschaden zur OB-Kandidatin gekürt wurde, ruhten die Hände selten, der Körper wippte bei ihrer Rede von einem Fuß auf den anderen.

Am Samstag steht Habenschaden (42), vor über 300 Menschen bei der Aufstellungsversammlung der Grünen für die Liste zur Kommunalwahl 2020, lächelt, greift an, stichelt gegen Rot-Schwarz – als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

OB-Wahl in München 2020: Katrin Habenschaden bei Münchner Grünen auf 1. Listenplatz gewählt

Habenschaden ist reingewachsen in die Rolle als Vorkämpferin. Und das kommt an. Mit 99 Prozent der gültigen Stimmen ist die 42-Jährige nun auch offiziell zur OB-Kandidatin gekürt. „Sagenhaft“ sei das, sagt sie.

Die Grünen eröffnen den Kampf ums Rathaus, und sie haben gute Chancen. Als Vordenker in Sachen Klima- und Umweltschutz wirken sie in der aktuellen Gemengelage authentisch wie ihre Spitzenkandidatin, glaubwürdig beispielsweise in den Zielen der Verkehrswende.

„Wir Grüne haben einen Plan für Münchens Zukunft, wir wollen moderne, grüne Politik für die Menschen in dieser Stadt gestalten“, sagte Habenschaden. Und Abteilung Attacke kann die Aubingerin auch immer besser: „CSU und SPD sitzen vor den Zukunftsfragen wie das Kaninchen vor der Schlange. Erstarrt, ratlos, überfordert, mit Konzepten aus dem letzten Jahrhundert. So darf es nicht weitergehen.“ Zur Politik und zum Leben gehöre der Wechsel.

„München ist so weit, wir sind so weit und ich bin so weit“, sagt die Mutter von zwei Kindern. Es könnte reichen, um Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der OB-Wahl 2020 zumindest in die Stichwahl zu zwingen. Dass die Grünen stärkste Fraktion werden, ist sogar noch wahrscheinlicher.

Basisdemokratische Veranstaltung: Bei der Aufstellungsversammlung der Grünen konnte jedes Mitglied abstimmen – und sich wählen lassen. Fraktionschef Florian Roth (Mi.) landete auf Platz zwei der Liste, Stadtparteichefin Gudrun Lux (r.) auf Platz 29. Sabine Krieger (l.) wurde nicht gewählt.

Grünen-Chefin Gudrun Lux, die selbst auf Rang 29 landete, ist zufrieden mit der Liste. „Das ist eine schlagkräftige Truppe, welche die Vielfalt unserer Partei ideal abbildet. Mit dieser Mischung aus Jung und Alt, Erfahrung und frischem Wind, Frauen und Männern wollen wir die Münchner bei der Kommunalwahl überzeugen.“

Eine amtierende Stadträtin findet sich gar nicht mehr auf der Liste

Für andere lief der Parteitag derweil weniger erfolgreich. Die amtierende Stadträtin Sabine Krieger war für Platz drei angetreten und findet sich nun gar nicht mehr auf der Liste. „Sie hat sich verspekuliert“, sagen Parteifreunde. „Ich bin schon enttäuscht“, sagt die 61-Jährige auf Anfrage unserer Zeitung. „Ich hatte gehofft, dass Erfahrung ein bisschen was zählt. Ich finde es schade, dass zu wenig Klima- und Umweltschutzpolitik auf die ersten Plätze gesetzt wurde.“ Jedoch hatte Krieger zwischenzeitlich auch bekundet, gar nicht mehr kandidieren zu wollen, sich dann aber umentschieden. Nachdem sie auch auf Rang fünf nicht gewählt wurde, zog sie ihre Kandidatur zurück.

Aufstellungsversammlung der Grünen für die Kommunalwahl 2020 im MOC.

Derlei Aufstellungen verlaufen bei den Grünen durchweg basisdemokratisch. Das bedeutet: Jeder Platz wird einzeln gewählt, ein jedes Mitglied darf sich bewerben, wo immer es möchte. Und es gab über 100 Bewerber für die 80-köpfige Liste. So musste sich auch Habenschaden dem Votum für Platz eins der Liste stellen, den sie ebenfalls erfolgreich erreichte.

Auf Platz zwei folgt Grünen-Fraktionschef Florian Roth, auf Rang drei Stadträtin Anna Hanusch. Auf Platz vier kandidiert Stadtchef und Fraktionsvize Dominik Krause, den fünften Rang erreichte „Coffee To Go Again“-Gründerin Julia Post. Verkehrsexperte Paul Bickelbacher geht auf Platz sechs ins Rennen, Rang sieben erreichte Judith Greif. Stadtrat Sebastian Weisenburger, die Spitzenkandidatin der Grünen Jugend Clara Nitsche und Christian Smolka komplettieren die ersten zehn.

Grünen-Vorsitzender Krause sagte: „Unsere Liste steht für ein modernes, weltoffenes und junges München und ist damit ein Gegenentwurf zum Personaltableau der GroKo im Münchner Stadtrat. Wir wollen bei der Kommunalwahl stärkste Fraktion im Stadtrat werden und Regierungsverantwortung übernehmen.“ Ganz unaufgeregt.

Katrin Habenschaden von den Grünen will Oberbürgermeisterin werden

Im Interview mit dem Münchner Merkur verriet Habenschaden, dass besonders der Rückhalt ihrer Familie die 41-Jährige bestärkt: „Meine Familie war federführend in den Entscheidungsprozess miteingebunden. Meine Kinder haben mich unterstützt und bestärkt. Das hat mich sehr gerührt. Sie sagten, sie sind stolz, wenn ich es probiere. Mein Mann und meine Eltern haben mir auch ihre Unterstützung zugesagt, unabhängig davon, wie sehr sie nun zeitlich beansprucht werden.“

Lesen Sie auch: Wahl 2020: Münchner OB-Karussell nimmt Fahrt auf 

Erst kürzlich zog Renate Künast von den Grünen wegen Hasskommentaren vor Gericht. Doch die Zuständigen sahen trotz Aussagen wie „Stück Scheiße“ den Tatbestand nicht erfüllt.

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