Ermessensspielraum und Einzelfallüberprüfung

Was dürfen Kontrolleure und was nicht? Das sind die Anweisungen der Bahn

Wie arbeiten Kontrolleure? Was dürfen sie, was nicht? Wir haben bei der Deutschen Bahn nachgefragt.

Wie hoch ist der Anteil der Schwarzfahrer unter den Fahrgästen? 

Deutsche Bahn: Von rund 840 000 Fahrgästen, die täglich die S-Bahn München nutzen, sind etwa 2,5 Prozent ohne oder ohne gültigen Fahrschein unterwegs.

Wie viele Kontrolleure sind im Einsatz?

Deutsche Bahn: Bis zu 100 Mitarbeiter der DB-Sicherheit sind täglich im Streifendienst unterwegs; im Jahr patrouillieren sie 310 000 Stunden allein im Münchner S-Bahnnetz. Zur Anzahl der Kontrolleure in Zivil werden keine Angaben gemacht.

Haben Kontrolleure einen Ermessensspielraum bei Kontrollen?

Deutsche Bahn: Es gibt keine Vorverurteilung eines Fahrgasts. Bei einer Kontrolle gilt nur ein Kriterium: Passt der Fahrschein oder passt er nicht? Deshalb werden Erklärungen von Fahrgästen – wie beispielsweise ein kaputter Fahrscheinautomat oder der Verweis auf eine bestimmte Gruppenkon-stellation – nicht berücksichtigt. Alle übrigen Umstände werden bei einer Einzelfallprüfung geklärt.

Wie läuft eine Einzelfallprüfung ab?

Deutsche Bahn: Wenn eine Beschwerde reinkommt, bitten wir den/die betroffenen Mitarbeiter zum Gespräch.

Wie viele Einzelfallprüfungen werden im Jahr durchgeführt?

Deutsche Bahn: Bei der S-Bahn München gibt es keine Einzelfallstatistik.

Wie werden die Kontrolleure geschult?

Deutsche Bahn: Es gibt Gesprächsleitfäden, die Schulung ist sehr praxisorientiert. Es werden Fallbeispiele durchgespielt, um Gesprächsführung und Deeskalationstechniken zu trainieren.

Daniela Schmitt

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