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Das geht ins Ohr: Die neue Tram ist Anwohnern zu laut. Weil laut MVG die Räder unrund sind, rumpeln die Züge.

Warum die Züge zu laut sind

Krach um die neue Rumpel-Tram

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München - Anwohner an der Linie 17 klagen über Lärm und Erschütterungen, ausgelöst durch die neuen Münchner Trambahnen. Tatsächlich sagen Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und Siemens: Die Räder sind nicht ganz rund!

München - Es dröhnt, es bebt, es rumpelt. „Immer, wenn eine der neuen Trambahnen vorbeifährt, wackelt das Geschirr im Schrank“, sagt Hanneloren Henn, Anwohnerin an der Menzinger Straße. Dort fahren am Tag die Bahnen der Linie 17 im Fünf-Minuten-Takt. „Das ist furchtbar laut.“ Die tz weiß: Die neuen Trambahnen sind nicht nur lauter als die alten, sie erzeugen auch deutlich mehr Erschütterungen.

Das bestätigt die MVG auf tz-Anfrage. Bei den acht Trambahnen vom Modell Avenio der Firma Siemens seien die Lärmemissionen zwar grundsätzlich unauffällig, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. Doch nach einigen Kilometern zeige sich Verschleiß bei den Radreifen – sie entwickeln unrunde Stellen. Dadurch wird die Fahrt holprig und laut.

Die Avenio-Bahnen sind die neuesten Züge in der Trambahn-Flotte der MVG. Erst im September 2015 haben sie die unbefristete Zulassung für das Münchner Schienennetz erhalten.

Räder sollen ausgetauscht werden

Charakteristisch für dieses Trammodell sind die großen Fenster und die niedrigen Bodenhöhe, die Rollstuhlfahrern das Einsteigen vereinfacht. Die Züge sind sehr geräumig und werden deswegen bisher ausschließlich auf der stark frequentierten Linie 17 zwischen Schwansee- und Amalienburgstraße eingesetzt.

Das Problem mit den unrunden Rädern ist bei MVG und Siemens schon seit etwa einem Jahr bekannt. Siemens forsche an der Ursache. Doch noch sei unklar, ob das Problem von den Zügen, den Gleisen oder deren Zusammenspiel herrühre, sagt Siemens-Sprecherin Ellen Schramke. Es sei jedoch normal, dass an neuen Zügen nach einigen Monaten im Betrieb „Kinderkrankheiten“ auftauchten, die in der Testphase nicht zutage getreten seien.

Um die Anwohner zu entlasten, würden die verformten Räder laufend repariert. Das gehe aber nur nacheinander, die Züge werden ja gebraucht. Bald sollen die Radreifen, also die Überzüge der Räder, bei allen acht Avenio-Bahnen ausgetauscht werden. Die neuen Radreifen sind aus einem anderen Material und haben ein anderes Profil. Dieser Tausch soll im Laufe dieses Jahres beginnen.

Judith Issig

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