Jakob S. beim Prozess am Oberlandesgericht.

Faul? Naiv? Oder doch dreist?

Prozess: Kranker Taxler kassierte trotz Ausfall

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München - Faul? Naiv? Oder doch sehr dreist? Ganz so einfach ist die Masche von Taxler Jakob S. nicht zu bewerten. Er ist selbstständig und ließ sich in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt 39 Mal krankschreiben.

Nur blieb er währenddessen nicht zu Hause und kurierte sich aus, sondern fuhr weiter Dialyse-Patienten durch die Stadt – und kassierte neben dem Fahrtgeld seiner Kunden auch noch Krankentagegeld von seiner Kranken- und Pflegeversicherung. Die hatte sich schon längst gewundert, warum der Taxler so häufig krank ist – und setzte im Dezember 2013 schließlich einen Detektiv auf Jakob S. an. So flog er auf! Die Versicherung kündigte ihm fristlos.

Das wollte der Taxler aber nicht hinnehmen und klagte. Gestern verhandelete das Oberlandesgericht den Fall. „Ich hatte Personalmangel“, begründete S. sein Verhalten. Da er laufende Kundenverträge hat und feste Touren bedienen muss, konnte er angeblich nicht einfach zuhause bleiben. Das wollte die Versicherung freilich nicht akzeptieren. S. , der dort seit 1983 Kunde war, hält die Kündigung aber für unwirksam, weil das Versicherungsverhältnis über einen so langen Zeitraum bestanden hatte. Er trug vor, dass er unbedingt Kunde bleiben wolle – samt Krankentagegeld natürlich. Die Versicherung beantragte dagegen die Klage des Taxlers abzuweisen, weil der angeblich Leistungen erschlichen hätte.

So hatte zuvor bereits das Landgericht geurteilt. Auch am Oberlandesgericht erzielte Jakob S. mit seiner Klage keinen großen Erfolg: Er darf zwar in der Kranken- und Pflegeversicherung bleiben, hier war seine Kündigung nicht rechtens. Beim Krankentagegeld hingehen schon: Das kassierte der Taxler laut OLG zu Unrecht.

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