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Kurt Wagenlehner (75) hatte ein Blasenkarzinom - heute leitet er eine Selbsthilfegruppe.

Samstag ist Krebs-Infotag in Großhadern

Er hat den Krebs besiegt und hilft nun anderen Betroffenen

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München - Nach der Krebs-Diagnose ließ sich Kurt Wagenlehner nicht unterkriegen. Heute ist er geheilt und hilft anderen Patienten. Das ist seine Geschichte.

Kurt Wagenlehner (75) hat den Krebs überwunden - und hilft jetzt anderen, mit der Krankheit umzugehen. Vor dem großen Krebs-Infotag am Samstag in Großhadern spricht er über die tückische Krankheit - und über Wege, wie man damit umgehen kann.

Wagenlehner ist Leiter der Selbsthilfegruppe Blasenkrebs - hier treffen sich jeden letzten Donnerstag im Monat ein Dutzend Betroffene. Ganz wichtig ist dabei die Nachsorge: Sie hat Wagenlehner gerettet. Der weitgereiste Ingenieur war mit 65 in Rente gegangen und flog erst einmal in die USA. "Um nicht in ein tiefes Loch zu fallen", wie er sagt. Dann fing es ganz harmlos an, Wagenlehner musste einfach öfter auf die ­Toilette als früher. Mit dem Verdacht einer Blasenentzündung ging er zum Hausarzt, dann zum Urologen. "Der hat etwas gefunden", erzählt Wagenlehner. "Aber eine Abschabung hat gereicht."

Diagnose: Blasenkrebs

Von da an ging Wagenlehner alle drei Monate zur Untersuchung. Fünf Jahre später die Diagnose: Blasenkrebs. "Natürlich war das ein Schock", sagt Wagenlehner. Aber er wusste: "Das war's noch nicht. Daran werde ich nicht sterben!" Medizinisch sei er in der Folge sehr gut betreut worden, sagt Wagenlehner, auch die fünfstündige Operation, bei der die Ärzte seine Blase entfernen und ihm eine sogenannte Neoblase einsetzen, überstand er gut.

Bloß: Wer konnte ihm abseits medizinischer Feinheiten helfen? "Was ist mit Lebensqualität?", fragte er sich. "Was ist mit mir?" Antworten erhoffte er sich von der Selbsthilfegruppe der Bayerischen Krebsgesellschaft. "Hier geben sie einem den Lebensmut zurück", sagt Wagenlehner. "Alle haben dasselbe durchlebt." Seit ein paar Jahren ist Wagenlehner Leiter der Gruppe.

Beim Krebs-Infotag am Samstag informiert Wagenlehners Gruppe mit einem Stand. Von 9 bis 17 Uhr gibt es außerdem Vorträge, Workshops und Diskussionen. Im Netz: krebsinfotag-muenchen.de.

Nachsorge muss sich verbessern

Günter Schlimok, Ludwig Lutz und Wolfgang Hiddemann (v. l.).

Krebspatienten sollten gut informiert in die Nachsorge gehen und wissen, welcher Arzt für sie verantwortlich ist. Die Realität sieht oft anders aus. "Die Nachsorge kann nicht pauschalisiert werden", sagt Professor Wolfgang Hiddemann, Direktor der Medizinischen Klinik III Großhadern und erster Vorsitzender des Vereins lebensmut, der Krebskranke unterstützt. Aus der Klinik entlassen, würden sich viele Menschen alleingelassen fühlen. Dabei sei es nach der Ersttherapie sehr wichtig, die Weichen für die weitere Betreuung zu stellen. 

"Vertrauen ist wichtig", sagt Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft. Patienten müssten informiert werden über Rückfallraten, Nebenwirkungen, Behandlungsmöglichkeiten. Haben Menschen psychische oder soziale Probleme, könne der betreuende Arzt einen Psychoonkologen hinzuziehen. Schlimok fordert eine kompetente Koordinierungsstelle. Ein Problem sei die Kommunikation zwischen den behandelnden Ärzten. Ludwig Lutz, Generalsekretär der Bayerischen Krebsgesellschaft, sieht Probleme im Austausch von Informationen zwischen den Ärzten. Vorschlag der Mediziner: eine elektronische Patientenakte.

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