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Auf den Münchner Kunstrasenplätzen wird Granulat verwendet, das keine krebserregenden Stoffe enthält.

Münchner Plätze sind unbelastet

Krebserregend? Stadt gibt bei Kunstrasen Entwarnung

München - In Holland waren krebserregende Stoffe gefunden worden – Münchner Plätze sind aber unbelastet.

Die Nachricht war alarmierend: 58 von 60 untersuchten Kunstrasenplätze in den Niederlanden enthalten nach einem Bericht des TV-Senders NOS krebserregende Stoffe – genauer gesagt das Granulat, das auf diesen Plätzen verteilt ist. Auch in München liegt Kunstrasen auf etlichen Sportplätzen. Die Stadtratsfraktion FTB (FDP, HUT und Piraten) nahm dies zum Anlass, nachzuhaken. Sie stellte bereits Mitte Oktober eine offizielle Anfrage an das Baureferat: Gibt es in München ebenfalls Kunstrasenplätze, die ähnlich gesundheitsgefährdend einzustufen sind wie in den Niederlanden?

Die Münchner Baureferentin Rosemarie Hingerl gab nun Entwarnung. Sie beruft sich auf eine Studie des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG), das Plätze in Schweden, Norwegen und Deutschland untersucht hat. Demnach sind die verdächtigten Gummi-Granulate unbedenklich, die auf insgesamt zwölf Kunstrasen-Plätzen Münchens ausgestreut sind.

Das verdächtigte Granulat wird aus Altreifen gewonnen. Das BAG untersuchte speziell die Konzentration der polyzyklischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die unter Krebsverdacht stehen und Teil der Weichmacheröle sind, die bei der Reifenherstellung hinzugefügt werden. Laut BAG ist eben diese Konzentration nicht bedenklich oder gesundheitsgefährdend. Hingerl schrieb in ihrer Erklärung: „Innerhalb der nächsten drei Jahre werden voraussichtlich fünf der zwölf Spielfelder, auf denen Recycling-Granulat verbaut wurde, grundlegend saniert und in diesem Zuge die Kunstrasenbeläge, einschließlich Granulat, ausgewechselt.“ Auch die übrigen Felder will das Baureferat laut Hingerl sanieren und das Granulat aus Altreifen mit „Granulat aus Neumaterial austauschen.“

„München ist bei seinen Kunstrasenplätzen ohnehin vorbildlich“, beruhigt auch Wolfgang Seeholzer (62). Dessen Firma Polyclean reinigt zweimal pro Jahr die meisten Kunstrasenplätze in der Landeshauptstadt, „natürlich Nassreinigung“, sagt Seeholzer, der von der Trockenreinigung nichts hält. „Da wirbelt man nur Feinstaub und Abrieb auf.“

Seeholzer betont, „dass durch die Nassreinigung die meisten Feinstpartikel im Wasser gebunden und abtransportiert werden. Das ist die sauberste und gesündeste Lösung“, sagt der Experte. Stockholm, Paris, Marseille, Wien: Europaweit reinigt Seeholzers Firma Kunstrasenplätze. Er weist auf die neueste Entwicklung hin: „So weit ich weiß, wird gerade getestet, wie gut Granulat aus Kork auf Kunstrasenplätzen funktioniert. Das wäre langfristig die allergesündeste Lösung.“ 

Hüseyin Ince

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