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Gegner gegen das Gelöbnis der Bundeswehr-Rekruten werden am Marienplatz von Polizisten abgedrängt.

Kritik an Polizei-Einsatz

München - Fünf Festnahmen, reihenweise Platzverweise: Demonstranten beklagen, dass jeglicher Protest im Keim erstickt wurde.

Rund um das Gelöbnis demonstrierten rund 200 Gegner mit Plakaten wie „Kein Werben fürs Sterben“. 42 Protestierer wurden von der Polizei wegen Störungen des Platzes verwiesen, zwölf wurden vorübergehend festgenommen.

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Rekruten-Gelöbnis auf dem Münchner Marienplatz

Die Demonstranten hatten teils Trillerpfeifen dabei und riefen immer wieder „Bundeswehr raus aus Afghanistan“. Auf einem großen roten Luftballon stand „Nie wieder Krieg“. Einem Mann, dem 33-jährigen Münchner Stefan H., gelang es direkt vor dem Gelöbnis, über die Absperrung zu klettern. Er rannte zwischen den Soldaten über den Marienplatz und rief „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“. Das Verdi-Mitglied wurde von Feldjägern überwältigt und vom Platz gebracht. Drei Personen beschmierten sich mit Ketchup und ließen sich zu Boden fallen. Auch sie wurden des Marienplatzes verwiesen.

Die Einschreitschwelle seitens der Polizei war ausgesprochen niedrig. Mehrfach rückten Beamte in die Menge vor und führten Einzelpersonen oder Gruppen ab. Einer von ihnen war Claus Schreer, Sprecher des Münchner Bündnisses gegen Krieg und Rassismus. „Ich habe nur ein Plakat hochgehalten“, berichtet der 71-Jährige. Auf diesem stand „Auch Töten auf Befehl ist Mord“. Der Friedens-Aktivist erlitt beim Abführen blutende Wunden an Oberarm und Handgelenk. „Ich werde Anzeige wegen Körperverletzung erstatten“, sagte Schreer auf Anfrage.

In Polizei-Gewahrsam genommen wurde auch Stadtrat Orhan Akman – wegen drei Plastik-Pfeifen in seiner Tasche. „Ich bin entsetzt über die Staatsgewalt“, sagte der Linke-Politiker. Auch Liedermacher Konstantin Wecker hatte sich zu den Demonstranten gesellt und kritisierte: „Die Bundeswehr ist von sich in die Öffentlichkeit gegangen – da muss man auch damit rechnen, dass andere Meinungen geäußert werden.“

Sven Rieber

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