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Kritik an Sicherheit - MVG: kein Bedarf

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In diesem Bahnhof starb der junge Mazedonier. © Bodmer

München - Der U-Bahn-Tod eines 23-Jährigen bringt neue Kritik an der Sicherheit des MVG. Der Fahrgastverband fordert diverse Vorkehrungen um solche Fälle zu verhindern. Doch der MVG sieht keinen Bedarf.

Der Tod eines 23-jährigen Mazedoniers in der U-Bahn-Station Westpark hat erneut einen Streit über die Sicherheit ausgelöst. Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste forderte OB Christian Ude (SPD) auf, ein Machtwort zu sprechen und den Einbau von Sicherheitseinrichtungen in den U-Bahn-Stationen anzuordnen. Es dürften nicht noch mehr Menschen sterben, weil eine Gleisbettüberwachung fehle. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) konterte, auch ein automatisches Überwachungssystem hätte den Unfall nicht verhindern können. Wie berichtet, war der 23-Jährige im Rausch vor die einfahrende U-Bahn gefallen und zwischen Zug und Bahnsteig eingequetscht worden. Der Mann starb wenig später im Krankenhaus.

Es sei falsch, die U-Bahn als besonderen Risikobereich darzustellen, hieß es gestern von Seiten der MVG. „Todesfälle sind Gott sei Dank sehr seltene Einzelfälle.“ Im Straßenverkehr kämen weit mehr Menschen zu Schaden – insbesondere bei Alkoholmissbrauch. Zudem sei der Mann just dann auf das Gleisbett gestürzt, als der Zug einfuhr.

Der Streit um die automatische Überwachung des Gleisbetts ist nicht neu. Der CSU-Stadtrat Georg Kronawitter fordert immer wieder, für mehr Sicherheit zu sorgen.

Neben sogenannten Bahnsteigtüren wären auch Detektoren im Gleisbett denkbar, um Hindernisse rechtzeitig zu erkennen und einen automatischen Stopp des Zugs zu erwirken. „Der Einbau einer Gleisraumüberwachung in der Münchner U-Bahn würde einen dreistelligen Millionenbetrag kosten“, bremst die MVG.

Nagel hofft dennoch, dass die Sicherheit der Fahrgäste irgendwann in den Vordergrund gerückt wird und finanzielle Erwägungen eine weniger bedeutende Rolle spielen.

Matthias Kristlbauer

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