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Günter Wangerin mit Gauck-Maske: Der Aktionskünstler störte im Sommer 2015 einen Beförderungsappell der Bundeswehr.

Beförderungsappell mit Nachspiel

Künstler wegen Stör-Aktion bei Bundeswehrfeier vor Gericht

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München -Ist dieser Künstler ein Störenfried? Darüber wollte das Amtsgericht am Dienstag entscheiden. Der Aktionskünstler hatte vergangenes Jahr bei einer Bundeswehrfeier performt und wurde brutal niedergerungen.

Ein Senior liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, darüber stehen zwei Soldaten und fixieren ihn. Das Foto von Künstler Günter Wangerin (70) war ein großer Aufreger im vergangenen Sommer. Weil er am Nymphenburger Schloss eine Feier der Bundeswehr gestört haben soll, wurde er gewaltsam zu Boden gebracht.

Wegen der Aktion stand er nun am Dienstag vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte den pensionierten Arzt wegen Hausfriedensbruchs angeklagt. „Für mich ist Kunst auch Aktionskunst, dazu gehören ebenso politische Auftritte“, sagte Wangerin und bestritt die Vorwürfe.

Anschließend wurde er niedergerungen.

Am 27. Juni hatte er einen Beförderungsappell besucht, bei dem junge Offiziere offiziell ernannt werden. Nachdem die Kapelle verstummt war, sorgte Wangerin dann für Aufsehen: Er stellte sich mit einem Eisernen Kreuz auf einen Schemel und zog eine Maske auf, die Bundespräsident Joachim Gauck nachgeahmt war. Dann rief er zweimal laut „Habt acht“! Kurz darauf wurde er von den Feldjägern überwältigt. Laut Anklage, weil er sich trotz Aufforderung nicht entfernt hatte.

„Das stimmt nicht. Die Gewalt war unverhältnismäßig. Ich habe niemandem etwas getan“, findet der Künstler, den zahlreiche Sympathisanten gestern in den Gerichtssaal begleitet hatten. Das Amtsgericht hat den Prozess vertagt, weil noch Zeugen gehört werden sollen.

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