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Zehra Spindler am Vater-Rhein-Brunnen: Die Ausrichtung des Stadtstrandes war heuer Gegenstand eines Gerichtsstreits.

Debüt am Vater-Rhein-Brunnen

Lehren aus dem Stadtstrand

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Der Stadtstrand am Vater-Rhein-Brunnen ist beendet. Veranstalterin Zehra Spindler zeigt sich relativ zufrieden mit ihrem Debüt. Kreisverwaltungsreferat und Stadtrat überlegen unterdessen, wie man die Vergabe 2017 regelt. Das Freiluft-Spektakel war heuer Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung geworden.

Herbstlaub hat sich über den Platz am Vater-Rhein-Brunnen gelegt. Sand ist nicht mehr zu sehen. Das Team von Stadtstrand-Veranstalterin Zehra Spindler hat fleißig aufgeräumt. Drei Monate lang – bis vergangenen Sonntag – gab es am „Great Bavaria Reef“ unterhalb der Ludwigsbrücke ein Musik- und Kulturprogramm. Wobei: Die letzte Veranstaltungswoche fiel aufgrund nasskalter Witterung buchstäblich ins Wasser. „Hätte das Wetter mitgespielt, wäre ich sehr zufrieden gewesen“, erklärt Spindler.

Erstmals war sie in diesem Jahr nach einer öffentlichen Ausschreibung zum Zuge gekommen – anstelle der Urbanauten. Die hatten 2004 den „Kulturstrand“ ins Leben gerufen und seitdem im Jahresturnus veranstaltet. Umso überraschender kam die Entscheidung des Kreisverwaltungsreferats (KVR), der Urban League GmbH um Zehra Spindler und ihren Kompagnon, Clubbetreiber Dierk Beyer („Nachtgalerie“), den Zuschlag zu erteilen. Benjamin David, Chef der Urbanauten, zog daraufhin vor Gericht – zunächst mit Erfolg. Beim nachgebesserten Ausschreibungsverfahren kam jedoch wieder die Urban League zum Zuge, die dann am 9. Juli mit mehr als einmonatiger Verspätung mit ihrem Stadtstrand starten konnte. David zog wieder vor Gericht, das KVR bot daraufhin Vergleichsverhandlungen an, diese laufen immer noch.

Die Wogen scheinen sich aber ein wenig geglättet zu haben. Die Frage ist allerdings, nach welchen Kritierien die Stadt künftig den Kultur- oder Stadtstrand vergibt. David hatte im Sinne der Planungssicherheit für Veranstalter gefordert, einen langfristigen Turnus zu wählen. Und auch Zehra Spindler hat in ihrem ersten Veranstaltungsjahr die Erfahrung gemacht: „Die Vergabe sollte für drei Jahre erfolgen.“ Schließlich sei das Ganze mit einem „hohen Invest“ verbunden. Zahlen hat Spindler noch nicht vorliegen. „Ich wage aber zu bezweifeln, dass wir einen Gewinn gemacht haben.“ Urbanauten-Chef David hatte stets erklärt, sein Konzept sei nie gewinnorientiert gewesen.

Spindler, eine bekannte Akteurin der Münchner Subkultur-Szene, hat mit dem Strand eine „neue Erfahrung“ gemacht, wie sie sagt. Außenveranstaltungen über eine so lange Zeitspanne hatte sie bislang noch nicht organisiert. An Tagen mit schönem Wetter sei der Platz am Vater-Rhein-Brunnen gut besucht gewesen, sagt sie. Dennoch habe sie ihre Lehren gezogen. Zum Beispiel würde sie die meisten Theaterveranstaltungen im kommenden Jahr nicht mehr im Freien, sondern in einem geschlossenen Raum veranstalten. „Vielleicht kann man da mit dem Deutschen Museum verhandeln“, so Spindler. Es sei ein Spagat, den divergierenden Interessen der Besucher gerecht zu werden. „An sehr schönen Sommertagen wollen die meisten Leute einfach nur die Seele baumeln lassen und ihr Bier trinken – und nicht unbedingt eine Theatervorstellung ansehen“, sagt Spindler. Gut angekommen sei indes das „üppige DJ-Programm“.

Die politischen Parteien beraten unterdessen, wie man die Vergabe ab 2017 gestalten soll. SPD-Stadträtin Julia Schönfeld-Knor bestätigt, dass die Überlegungen ihrer Fraktion in die Richtung gingen, den Kulturstrand für zwei oder drei Jahre an einen Veranstalter zu vergeben. „Das macht Sinn.“ Auch für die Grünen wären drei Jahre „optimal“, so Fraktionschefin Gülseren Demirel. Auf Betreiben der CSU war der Kulturstrand nur für eine Sommersaison vergeben worden. Die Beschwerden von Anwohnern über den Stadtstrand gingen laut Schönfeld-Knor „gegen Null“. Dies deckt sich mit der Einschätzung des Vorsitzenden des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel, Wolfgang Neumer (CSU): „Aus Sicht des BA ist der Stadtstrand ruhig ohne großes Aufsehen verlaufen – weder positiv noch negativ.“ Das KVR hat nur zwei Beschwerden registriert. Für 2017 plant die Behörde, dem Stadtrat frühzeitig ein überarbeitetes Konzept für das weitere Vorgehen vorzulegen.

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