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Ein alternativer Standort für den Kulturstrand ist nicht in Sicht. Ob die Münchner 2010 wieder auf dem Isarbalkon auf der Corneliusbrücke feiern dürfen, ist noch unklar.

Kulturstrand: Neuer Streit, alter Standort

München - Strandgefühl auf der Hackerbrücke oder vor der Oper: Das wird es nicht geben. Das Kreisverwaltungsreferat hat sieben von acht Standort-Vorschlägen der Urbanauten für einen neuen Party-Strand abgelehnt.

Benjamin David von den Urbanauten hat den Briefkasten am Mittwoch geleert. Und weil er dort noch kein Schreiben des Kreisverwaltungsreferats (KVR) gefunden hat, will er sich nicht dazu äußern, wie es mit dem Projekt Kulturstrand weitergeht. Fest steht aber: Sieben der acht Orte, die die Urbanauten – jene Gruppe, die zum Diskurs über den öffentlichen Raum anstoßen will – als neue Standorte für einen Party-Strand vorgeschlagen haben, kommen nicht in Frage.

„Die Plätze waren bis auf einen nicht geeignet“, sagt KVR-Sprecherin Daniela Schlegel. „Wir sagen nicht grundsätzlich, dass kein anderer Ort für die Veranstaltung infrage kommt“, betont sie. Die rechtliche Überprüfung habe jedoch ergeben, dass gegen einen Strand auf den Flächen nördlich der Maximiliansbrücke und am Vater-Rhein-Brunnen die Landschaftsschutzbestimmungen stehen. Veranstaltungen seien hier nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde möglich.

Keine unbedenklichen Alternativen

Die Verkehrsinseln am Isar- und am Siegestor sowie der Max-Joseph-Platz vor der Oper dagegen grenzten an viel befahrene Straßen. „Hier gibt es sicherheitsrechtliche Bedenken“, sagt Schlegel. Weil Alkohol ausgeschenkt werde, sei etwa zu befürchten, dass Betrunkene sich und Verkehrsteilnehmer auf der Straße gefährden. Gegen einen Strand auf der Hackerbrücke spreche zusätzlich, dass eine Umleitung eingerichtet werden müsste.

Nun bleibt den Urbanauten vorerst wieder der Isarbalkon an der Corneliusbrücke, wo sie bereits seit 2004 Konzerte, Kunst und Gastronomie auf Sand anboten. Hier sei der Strandbetrieb „von unserer Seite aus ohne Einwände möglich“, sagt die KVR-Sprecherin. Weil der Grund aber in städtischem Besitz ist, müsse das Baureferat die Nutzung genehmigen.

Diese Genehmigung zu bekommen war in den vergangenen Jahren für die Veranstalter immer schwieriger geworden. Bis der Stadtrat im vergangenen Jahr entschied, dass die Urbanauten – falls sie erneut einen Strand planen – ein Konzept für verschiedene Orte im Stadtgebiet vorlegen müssten, an denen der Sommerspaß künftig im Wechsel stattfinden könne. Dem sind die Strandplaner nachgekommen – ohne eine rechtlich unbedenkliche Alternative auftreiben zu können.

Strand an der Corneliusbrücke

Mit dem jetzigen Ergebnis sind vor allem die Lokalpolitiker unzufrieden. „Ich bin empört“, poltert Alexander Miklosy, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, der schon seit 2008 eine Verlagerung der Sand-Gaudi an einen anderen Ort fordert. Den Anwohnern sei der Lärm nicht zuzumuten, es gebe zahlreiche Beschwerden. „Wenn kein Standort infrage kommt, darf es eben auch keinen Strand geben“, sagt er. Er setze nun auf eine „bürgerfreundliche Entscheidung des Baureferats“ – sprich: eine Absage an den Kulturstrand.

Benjamin David von den Urbanauten sagt dann doch noch etwas: „Wir hatten eigentlich gedacht, es wäre eine schöne Geste, auch gegenüber dem BA-Vorsitzdenden, einmal woanders hinzugehen.“ Auch, wenn im Jahr 2009 nur eine einzige Beschwerde wegen Ruhestörung eingegangen sei. „Aber natürlich würden wir uns auch auf einen Strand auf der Corneliusbrücke freuen“, sagt David. Bereits am 6. Mai solle es losgehen.

Wie es um die Genehmigung steht, war beim Baureferat am Mittwoch nicht zu erfahren.

Caroline Wörmann

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