Wegen 179 Euro: Polizist von „Reichsbürger“ schwer verletzt

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Prozess wegen Mordversuchs

Kurios: Erst stach sie ihn nieder, bald heiraten sie

München - Sie warf ihm Lügen vor und stach auf ihren Verlobten ein - jetzt steht eine Frau wegen Mordversuchs vor Gericht. Sie äußert sich zur Tat. Eine andere Aussage aber mag verblüffen.

Trotz der Messerattacke einer Frau auf ihren Verlobten, bei der der Mann schwer verletzt wurde, wollen Täterin und Opfer den Bund fürs Leben schließen. Im Prozess wegen Mordversuchs vor dem Landgericht München I antwortete die 43 Jahre alte Angeklagte am Mittwoch auf die Frage des Vorsitzenden Richters nach ihren Zukunftsplänen: „Arbeiten. Und heiraten“. Bei dem Wunsch nach der Eheschließung sei der Mann „die treibende Kraft“, sagte die Verteidigerin am Rande der Sitzung.

Die geschiedene Mutter von fünf Kindern hatte laut Anklage am 3. Oktober 2015 ihrem gleichaltrigen Verlobten in dessen Wohnung während seines ausgiebigen Mittagsschlafs ein Küchenmesser in die Brust gestoßen und dem erwachenden und sich wehrenden Opfer noch vier weitere Stichverletzungen zugefügt. Anschließend habe sie das Blut weggewischt, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Der konnte nach etwa einer Stunde mit dem Handy die Rettungsleitstelle verständigen.

Alkoholprobleme nach schlechten Männererfahrungen

Vor Gericht war die Angeklagte weitgehend geständig. Die gelernte Köchin hatte an der Aufrichtigkeit ihres langjährigen Freundes gezweifelt. Er habe immer nur gelogen, sagte die Frau, „das war unser Streit“. Als er sie gebeten habe, ihn zu heiraten, habe sie ihn ermahnt, sie müsse ihm aber vertrauen können.

Die Angeklagte hat nach ihrer Schilderung schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht. Deshalb habe sie ein Alkoholproblem gehabt und sei mehrmals im Entzug gewesen. Am Tattag habe sie nach wochenlanger Enthaltsamkeit einen schweren Rückfall gehabt, sagte die 43-Jährige. Jetzt sei das Thema Alkohol für sie erledigt. Der Prozess dauert an.

dpa

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