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Das längste Wochenende des Jahres steht bevor.

Allerheiligen, Reformationstag & Zeitumstellung

Das längste Wochenende des Jahres: Es schmerzt vor allem den Einzelhandel

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Auf uns wartet das längste Wochenende des Jahres – dank Chef, Luther und Winterzeit! Allerheiligen, Reformationstag und Zeitumstellung sorgen dafür. Dem Einzelhandel schmeckt das aber nicht so sehr.

Über sieben Brücken müssen Sie nicht gehen, liebe tz-Leser. Besser wäre, einen Brückentag nächsten Montag zu nehmen. Denn damit wartet auf Sie das längste Wochenende des Jahres – dank Chef, Luther und Winterzeit! Viel Zeit also für den Friedhofsbesuch, die Familie, einen Einkaufsbummel oder ausgiebige Halloween-Partys.

Neben Allerheiligen (Mittwoch) gibt es für heuer auch bundesweit am Dienstag frei, zum 500. Jubiläum des Reformationstages. Während jetzt viele Beschäftigte selig sind – 72 Prozehnt sind in einer YouGov-Umfrage dafür, dass der Reformationstag auch künftig frei bleibt –, müssen die Chefs höllisch kalkulieren. Allein der Einzelhandel in München rechnet mit einem Umsatzverlust von etwa 30 Millionen Euro. Sprecher Bernd Ohlmann: „Der Handel sieht diese Tage mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Am Samstag und Montag werden die Fußgängerzone und die Einkaufszentren voll sein.“ Aber bei einem Jahresumsatz von gut zehn Milliarden Euro „schmerzt ein Tag weniger zum Einkaufen schon“. Bundesweit, schätzt das Statistische Bundesamt, schmälert der extra freie Tag das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent.

Was geschenkt bekommen wir nicht erst am Dienstag. Weil die Uhren in der Nacht zum Sonntag eine Stunde zurückgestellt werden, gibt’s 60 Minuten mehr zum Schlafen oder Spaß haben. Die längste Nacht, das längste Wochenende des Jahres – Himmel, was für Aussichten!

Über die Feiertage sprach die tz mit Münchnern sowie Susanne Breit-Keßler, Oberkirchenrätin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern im Kirchenkreis München sowie Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler. 

Mylen Kastner (18), Auszubildende, München: „Da an dem Abend Halloween ist, werden wir vermutlich feiern gehen, aber eher ohne Verkleidung – das mag ich nicht so. Zwei freie Tage in Folge kann man immer gut gebrauchen. An Allerheiligen werde ich dann etwas mit der Familie unternehmen. Das hat einfach Tradition bei uns.“

Lars Rebhahn (42), Katholischer Pfarrer, München:

„Am Reformationstag bekomme ich voraussichtlich Besuch von Kollegen. Wir werden dann gemeinsam einen Ausflug machen. Ich finde auch als Katholik, dass der Feiertag seine Relevanz hat. Für die evangelischen Kollegen ist es vielleicht ­anders: Sie müssen an dem Tag auch arbeiten.“

Stephan Braun (52), ARD-Mitarbeiter aus Berlin: „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht genau, weswegen es den Tag eigentlich gibt. Aber ich werde ihn voraussichtlich mit meiner Familie verbringen. In Berlin gibt es ja ­sowieso nicht allzu viele Feiertage, ­deswegen will jeder zusätzliche genutzt werden.“

Fiona Seidler (44), Kunsthistorikerin aus München: „Ich denke, ich werde den Tag vor allem zur Erholung nutzen. Ich wollte mich schon lange mal wieder ordentlich ausschlafen. Dazu gehört auch, dass ich am Nachmittag mit meinen beiden Töchtern reiten gehen werde. Der Reformationstag an sich ist mir nicht besonders wichtig. Aber über einen freien Tag freut sich ja jeder, oder?“

Die Bedeutung der Feiertage

Der Reformationstag erinnert an die Entstehung der evangelischen Kirche. Im katholischen Bayern ist der 31. ­Oktober zwar normalerweise kein ­Feiertag – heuer aber doch, weil ein besonderes Jubiläum ansteht. Denn: Vor genau 500 Jahren begann Martin Luther mit seiner Reformation.

An Allerheiligen gedenkt die katholische Kirche aller jener Verstorbenen, die heilig gesprochen wurden (oder es verdient hätten, aber nie offiziell heilig gesprochen wurden). In Bayern ist der 1. November immer frei.

Allerseelen am 2. November ist allen verstorbenen Verwandten und ­Freunden gewidmet. Kein Feiertag!

Hier kommen Münchens gute Seelen zu Wort

Die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (63) wünscht sich für den Reformationstag: „Natürlich viele Menschen, die in die Kirche gehen – zum Beispiel in den zentralen Münchner Gottesdienst in St. Lukas um 10 Uhr. Dort erwartet sie wunderbare Musik und eine leidenschaftliche Predigt von mir. An Allerheiligen ist ein Besuch an den Gräbern sinnvoll. Auf jeden Fall sollte man eines vermeiden: Freizeitstress!“

Der katholische Pfarrer Rainer Maria Schießler (57) von St. Maximilian erklärt: „Allerheiligen ist ein Hochfest. Die meisten denken nur an den Gräberbesuch. Doch an Allerheiligen verbinden wir das Hochfest, das Freudige, mit dem Friedhof, dem Traurigen, also das Leben mit dem Tod. So wie man Mariä Himmelfahrt das Osterfest im Sommer nennt, so ist Allerheiligen das Osterfest im Herbst. Wieder mal bekennen wir, dass kein Leben bei Gott verloren geht. Die vielen Lichter auf dem Friedhof zeigen das ewige Leben. In St. Maximilian findet am Mittwoch um 10.30 Uhr der Festgottesdienst statt.“

bix, mw

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