Sybille Vitolo wurde durch die chlorhaltige Lauge damals schwer verletzt.

Mund, Rachen und Speiseröhre verätzt

Laugen-Drama beim Inder: Wer ist schuld?

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München - Es war das Drama im Restaurant: „Münchnerin beim Inder verätzt!“ so titelte die tz am 10. Januar und erzählte die unglaubliche Geschichte der Bogenhauser Zahnärztin Sybille Vitolo. Nun stellt sich die Frage: Wer hat Schuld an dem Unglück?

Vitolo hatte im indischen Restaurant Swagat am Prinzregentenplatz Mineralwasser bestellt und davon getrunken – dabei war in der Flasche chlorhaltige Lauge! Die 42-Jährige verätzte sich Mund, Rachen und Speiseröhre. Nun war die große Frage: Wie konnte das passieren?

Seit dem Vorfall ermittelte die Polizei. Und die Ermittlungen dauern nach wie vor an. Wie ein Polizeisprecher der tz berichtete, stehen noch Vernehmungen an. Es sei aber wahrscheinlich, dass keine Absicht hinter dem Vorfall stand – es müsse wohl ein Versehen gewesen sein.

Schon kurz nach dem Vorfall hatte festgestanden, dass den Mineralwasserhersteller – die Firma Nestlé – keine Schuld trifft, die Firma hatte nichts mit der Befüllung mit Lauge zu tun. Im Raum stand aber die Vermutung, ob jemand Sybille Vitolo persönlich schädigen wollte – oder den Ruf des Restaurants Swagat.

Sybille Vitolo war nach dem Vorfall in die Intensivstation gebracht worden, ihre Haut auf den Lippen und der Zunge hatten sich abgelöst, die Zunge schwoll an. Sie musste intubiert werden, bekam Morphin gespritzt. Auch viele Tage nachdem sie wieder zuhause war, kam sie nur mit starken Schmerzmitteln durch den Tag und die Nacht. Mittlerweile geht es der 42-Jährigen besser. „Ich brauche keine Schmerzmittel mehr“, sagte sie der tz. Aber: Sie hat nach wie vor keinen Geschmack im Mund. „Manche Lebensmittel fühlen sich nur wie eine Masse im Mund an.“ Narben auf der Zunge werden wohl bleiben. „Ein normales Leben ist definitiv noch nicht möglich.“ Der Besitzer des Swagat hatte sich nach dem Vorfall mit Blumen und einer Essenseinladung bei Vitolo entschuldigt, wies aber alle Schuld von sich – sie hätten die Flasche so geliefert bekommen, hieß es.

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