LMU lehnt Bonus für bayerische Studienbewerber ab

- VON THORSTEN NAESER Die Ludwig-Maximilians Universität (LMU) will den bayerischen Bewerbern für einen Studienplatz auch zukünftig keinen Notenbonus einräumen. Das teite die Universität gestern mit. Zuvor hatte das Bayerische Verwaltungsgericht die Hochschule Gericht: Unterschiedliche Qualität des Abiturs per Eilverfahren verpflichtet, acht Bewerber mit bayerischem Abitur zum Studium zuzulassen, obwohl diese den Numerus Clausus verfehlt und schlechtere Noten als ihre Mitbewerber aus anderen Bundesländern hatten. Die Universität habe es versäumt, die unterschiedliche Qualität des Abiturs in den Bundesländern zu berücksichtigen, bemängelten die Richter.<BR>

Doch mit dieser Entscheidung des Gerichts über ihr Auswahlverfahren für zulassungbeschränkte Studiengänge will sich die Universität nicht zufrieden geben.

"Zunächst haben wir vom Bayerischen Verwaltungsgericht nur eine Eilentscheidung erhalten. Das endgültige Urteil steht noch aus. Das müssen wir jetzt noch abwarten", sagte Professor Bernd Huber, Rektor der LMU, dieser Zeitung. "Ich halte die Entscheidung der Richter für problematisch." Damit könne die LMU Abiturnoten nicht mehr als bundesweit gültige Vergleichsmöglichkeit heranziehen, um Studenten für zulassungsbeschränkte Studiengänge auszuwählen.

An der Münchner Uni gibt es Studiengänge wie beispielsweise die Medizin, für die es acht Mal mehr Bewerber gibt als Plätze. "Um hier ein Auswahlverfahren durchführen zu können, sehe ich die Abiturnote weiterhin als zentrales und aussagekräftiges Auswahlkriterium", erklärte Huber. "Die Abinote als bundesweiten Vergleichsmaßstab zu entwerten, wäre ein Rückfall in die Kleinstaaterei." Huber kündigte an, dass die LMU zur rechtlichen Klärung gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts München Beschwerde bei der nächsten Instanz, dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, einlegen wird.

Über die Entscheidung des Gerichts freut sich dagegen der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, Max Schmidt. "Das Gericht hat mit der Entscheidung indirekt dem bayerischen Abitur ein vorzügliches Niveau attestiert", erklärt er. Der Philologe räumt aber ein, dass nun eine flächendeckende Hochschuleingangsprüfung zu teuer und zeitintensiv sei. Er plädiert dafür, den bayerischen Abiturienten bei der Studienplatzvergabe zukünftig ein Notenbonus in angemessener Höhe einzuräumen.

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