Verdacht auf Paketbombe - mehrere Verletzte bei Explosion in Fußgängerzone von Lyon

Verdacht auf Paketbombe - mehrere Verletzte bei Explosion in Fußgängerzone von Lyon
+
Schuften in der Röhre: Arbeiter verlegen im Tunnel Entwässerungsrohre.

Video von den Bauarbeiten

Mittlerer Ring: Licht am Ende des Tunnels

München - Der Bau der dritten Röhre am Mittleren Ring schreitet voran: Die Decken sind komplett, der Erdaushub beinahe beendet. Nun geht es an den Innenausbau des Tunnels. In der zweiten Jahreshälfte 2015 soll der Mammutbau freigegeben werden.

Am Ende der A95 aus Garmisch-Partenkirchen nimmt Johann Wittmann die Einfahrtsrampe in den Tunnel. Die rechte Tunnelspur führt in Richtung Heckenstallerstraße, links geht es unter dem Luise-Kiesselbach-Platz hindurch in Richtung Norden. Bauingenieur Wittmann lässt sich Zeit. Er ist zu Fuß unterwegs und das restliche Verkehrsaufkommen im Tunnel beschränkt sich auf einige Baufahrzeuge, die ihm entgegenkommen.

Noch fließt in der dritten Röhre am Mittleren Ring kein Verkehr, doch nach bald sechs Jahren Bauzeit ist allmählich Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Riesige Baugruben gehören der Vergangenheit an, nun spielt sich das meiste unter der Erde ab. „Seit Ende April sind die Tunneldecken komplett fertig“, sagt Projektleiter Wittmann. „Auch der Erdaushub ist weitgehend abgeschlossen. Der Tunnel ist durchgehend begehbar.“ Vollendet sind auch alle Ein- und Ausfahrtsrampen zum Tunnel. Nun kann der Innenausbau vorangetrieben werden.

Johann Wittmann trägt Anzug und Krawatte, darüber eine orangene Sicherheitsweste, einen gelben Helm und dunkle Gummistiefel. Bei dem tiefenentspannten 58-Jährigen laufen alle Fäden des Mega-Projekts zusammen. „Probleme tauchen täglich auf, aber sie sind alle lösbar“, betont er. Bisher habe man noch jeden Zwischenschritt innerhalb des avisierten Zeitplans erreicht. Auch die Kosten laufen nicht aus dem Ruder – keine Selbstverständlichkeit bei Bauvorhaben dieser Größenordnung. Wittmann veranschlagt unverändert 398,5 Millionen Euro.

Im Tunnel ist es stickig, Baustaub durchschneidet die Luft. Lärmendes Hämmern, röhrende Hebefahrzeuge. Kein wirklich angenehmes Umfeld für die etwa 120 Arbeiter, die im Moment im Tunnel werkeln. Sie verlegen die Entwässerungsrohre, durch die bei einem Löscheinsatz im Tunnel das Wasser abgepumpt würde. Sie vollenden die Notausgänge, ziehen auf Baugerüsten Mittelwände für die Röhre ein.

Und im Laufe dieses Jahres werden sie auch mit dem Straßenbau beginnen. Einen 400 Meter langen Abschnitt, beginnend am Nordkopf des Tunnels an der Garmischer Straße, will Wittmann noch in diesem Jahr an den technischen Innenausbau übergeben. Dieser ist für die Sicherheitstechnik in der Röhre zuständig, die erst ganz am Schluss installiert wird. 40 Millionen Euro werden allein dafür in die Hand genommen. „Licht, Feuermelder, Lüfter, Lautsprecher, Verkehrsleittechnik“, zählt Wittmann auf. Im Laufe des kommenden Jahres will er „scheibchenweise“ weitere Abschnitte übergeben. 2,1 Kilometer lang ist der Tunnel, unterbrochen von dem 400 Meter langen „Trog“ an der Heckenstallerstraße, wo der Mittlere Ring zwischen Murnauer Straße und Friedrich-Hebbel-Straße offen in sieben Meter Tieflage geführt wird. 2015 soll der Tunnel dann eröffnen. Vom Jahresende war bisher stets die Rede, nun spricht Wittmann von der „zweiten Jahreshälfte“. Also schon im Herbst 2015? Wittmann schmunzelt. Er ist erfahren genug, um sich nicht zu früh auf einen Termin festnageln zu lassen.

Fest steht jedoch, dass bis dahin Autofahrer am Luise-Kiesselbach-Platz weiterhin Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. In den Sommerferien wird sich die Straßenführung ein weiteres Mal verändern. Auf der Garmischer Straße wird zwischen Hinterbärenbadstraße und der Auffahrt zur A96 in nördlicher Richtung eine Fahrbahn gesperrt. Und die Schleife, die von der Heckenstallerstraße kommende Fahrzeuge auf die Garmischer Autobahn führt, soll weiter nach Süden verlegt werden. Im Juli wird der Verkehr aus der Einhornallee wieder auf die ursprüngliche Straße verlegt.

Auf der Heckenstallerstraße, so Wittmann, verändere sich bis zum Bauende der Straßenverlauf nicht mehr. Dann, fast 20 Jahre nachdem sich die Münchner beim Bürgerentscheid mit knapper Mehrheit für den Tunnel-Ausbau entschieden, findet ein Mammutprojekt seinen Abschluss.

Von Angelo Rychel

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schockierend: Neuer Bericht deckt gravierende Qualitätsmängel in Münchner Altenheimen auf
Ein neuer Bericht der Heimaufsicht München offenbart gravierende Missstände in den Altenheimen der Stadt. 
Schockierend: Neuer Bericht deckt gravierende Qualitätsmängel in Münchner Altenheimen auf
Streit um die Zukunft der Isar - Mehr Gaudi oder Natur pur?
Sommertäglich strömen Tausende Menschen an die Isar, zum Baden, Grillen und Chillen. Jetzt hat das vorläufige Aus für das Isarflussbad die Debatte um die Nutzung der …
Streit um die Zukunft der Isar - Mehr Gaudi oder Natur pur?
München: Gute Nachricht für Eltern -  Keine Gebühren mehr in Kitas
Die Landeshauptstadt führt ab September eine weitgehende Gebührenfreiheit für Drei- bis Sechsjährige in der Kindertagesbetreuung ein.
München: Gute Nachricht für Eltern -  Keine Gebühren mehr in Kitas
Lebensgefahr an der Isar: Was diese „Sportler“ hier treiben, lässt die Feuerwehr vom Glauben abfallen
Trotz Wetterumschwung bleibt die Lage angespannt. Die Münchner Polizei warnt vor Hochwasser an der Isar. Einige „Sportler“ sehen die Lage als Herausforderung. 
Lebensgefahr an der Isar: Was diese „Sportler“ hier treiben, lässt die Feuerwehr vom Glauben abfallen

Kommentare