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Der Carsharing-Dienst „BeeZero“ von Linde startet im Sommer mit 50 Hyundai-Wasserstoff-Autos.

Angebot von Linde

Mit Wasserstoffautos: Neues Carsharing-Angebot für München

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München - Der Münchner Technologiekonzern Linde startet im Sommer ein eigenes Carsharing-Angebot in München. Die 50 eingesetzten Autos werden mit Wasserstoff angetrieben. Die Stadt traut der Technologie allerdings nicht so recht.

Sechs Carsharing-Unternehmen buhlen in München derzeit um Kunden. Die Flotten von DriveNow (BMW) und Car2Go (Daimler) sind mit 500 beziehungsweise 300 Fahrzeugen am größten. Künftig mischt auch der Edelgase-Hersteller Linde auf dem Leihauto-Markt mit. Fünfzig Fahrzeuge vom Typ „Hyundai ix35 Fuel Cell“ können ab Sommer 2016 in der Münchner Innenstadt, in Schwabing, Haidhausen, in der Au und im Glockenbachviertel ausgeliehen werden. Der Carsharing-Dienst trägt den Namen „BeeZero“. Der Clou: Die SUVs werden mit Wasserstoff angetrieben und stoßen keine Schadstoffe aus. Die Fahrzeugbuchung erfolgt, wie bei den übrigen Carsharing-Diensten, online oder per Smartphone-App. Die Mietgebühren stehen noch nicht fest.

Mehr Reichweite als Elektro-Auto

Im Tank haben die BeeZero-Autos kein Mineralöl, sondern Wasserstoff, das von einer Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird. Laut Linde ist damit eine Reichweite von rund 400 Kilometern möglich, weit mehr als bei einem Elektroauto mit Batterie. Die Betankung der Fahrzeuge übernehmen BeeZero-Mitarbeiter. Wer selber tanken möchte, hat dazu in München nur eine Möglichkeit. In der Detmold-Straße in Milbertshofen betreibt Linde eine Station.

Deutschlandweit gibt es lediglich 16 Wasserstofftankstellen. Die Stadtratsfraktion Freiheitsrechte, Transparenz und Bürgerbeteiligung (FTB) im Rathaus ist der Auffassung, dass die Stadt sich am Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur beteiligen sollte, auch eine Kooperation mit Linde solle geprüft werden. Am Dienstag behandelte der Umweltausschuss einen entsprechenden Antrag der Fraktion.

Stadt will keine weitere Technologie fördern

Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) lehnte dies jedoch unter Verweis auf das kürzlich aufgelegte städtische Förderprogramm für Elektromobilität ab. Die Stadt investiert innerhalb der kommenden zwei Jahre 22 Millionen Euro, unter anderem in neue Ladesäulen und Zuschüsse für die Anschaffung von Elektroautos. Elektromobilität sei ausgereifter als die Wasserstofftechnologie, betonte Jacobs. Sie habe sich das Angebot von Linde vorstellen lassen und sei zu dem Schluss gekommen, dass München sich „verzetteln“ würde mit der Förderung einer weiteren Technologie. Ein kommunales Engagement sei zudem nicht nötig, da die Bundesregierung die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit 700 Millionen Euro fördere. Gleichwohl könne sich die Wasserstofftechnologie durchsetzen. „Vielleicht wird es einmal Wasserstoffautos und Elektroautos parallel geben, so wie Diesel und Benziner heute.“

Wolfgang Heubisch (FDP) warnte davor, sich „neutral“ zu verhalten. So habe die Technologie keine Chance. Es sei sinnvoll, neben Elektromobilität eine zweite Antriebsart zu fördern. Dem widersprach Bürgermeister Josef Schmid (CSU). „Wir haben jetzt viel Geld für die Elektromobilität bereitgestellt, darauf sollten wir uns konzentrieren.“ Es sei nicht sinnvoll, in vielen Bereichen „klein-klein“ zu machen. Stattdessen sei sogar denkbar, in zwei Jahren die Förderung für E-Mobilität weiter aufzustocken. Der Umweltausschuss lehnte den FTB-Antrag am Ende ab.

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