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Der syrische Dichter Adonis hat das sechste Münchner Literaturfest eröffnet. 

Begegnungen "auf Augen- und Herzhöhe"

Literaturfest München mit syrischem Dichter Adonis gestartet

München - Um das Leben, das Überleben auf der Flucht soll es beim diesjährigen Literaturfest München gehen. Autor Albert Ostermaier wünscht sich Begegnungen „auf Augen- und Herzhöhe“. Eine solche hatte er zur Festival-Eröffnung schon einmal mit dem syrischen Dichter Adonis.

Der syrische Dichter und Essayist Adonis (Ali Ahmad Said, 85) hält Deutschland anderen europäischen Staaten für moralisch überlegen. „Wir haben gesehen, dass hier in Deutschland mehr Moral herrscht“, sagte er am Mittwochabend bei der Eröffnung des sechsten Literaturfestes München mit Blick auf die Aufnahme von Flüchtlingen. Er sprach von einer „wunderbaren Haltung“. „Ich möchte mich bei Frau Merkel bedanken.“ Insgesamt habe Europa aber zu lange gebraucht, um überhaupt auf das Flüchtlingsdrama aufmerksam zu werden.

Die Gründe für die Flucht liegen für den Dichter nicht nur in der Gewalt in Syrien und anderen Herkunftsländern. „Sie wollen sich als Mensch fühlen mit Rechten, Pflichten und Freiheiten. Das fühlen sie nicht in ihrer Heimat“, sagte er. „Wir leben noch im Mittelalter in der arabischen Welt.“

Das Literaturfest München hat sich in diesem Jahr das große Thema Flucht und Flüchtlinge auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen einander auf Augen- und Herzhöhe begegnen“, sagte der Kurator des Autorenforums, Albert Ostermaier. „Es soll ein Fest des Kennenlernens sein.“

Das Literaturfest dauert bis zum 6. Dezember. Als prominente Gäste sind unter anderem Star-Autor Salman Rushdie („Die Satanischen Verse“), die britische Schriftstellerin Jojo Moyes („Ein ganzes halbes Jahr“), Umberto Eco („Der Name der Rose“) und „Wir sind Helden“-Frontfrau Judith Holofernes mit ihrem Buch „Du bellst vor dem falschen Baum“ eingeladen.

dpa

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