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Die Polizei informiert zu neuen Erkenntnissen zum brand in der Dachauer Straße. 

Pressekonferenz der Polizei

Video: Brand in der Dachauer Straße - Tatverdächtiger verhaftet

Die Münchner Polizei hat heute bei einer Pressekonferenz über neue Erkenntnisse zum Brand in der Dachauer Straße im November 2016 informiert. Bei dem verheerenden Feuer waren drei Menschen gestorben.  

Hier gibt es den Live-Stream zum Nachsehen:

Bei dem verheerenden Brand am 2. November waren ein Vater und seine beiden Töchter (16 und 9 Jahre) ums Leben gekommen. Es dauerte damals eine Stunde, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Bis der Brand gelöscht war, dauerte es mehrere Stunden. 

Das Feuer war im Treppenhaus der Vordergebäudes ausgebrochen, schnell brannten Treppengeländer und Stufen, Qualm und Ruß drangen bis ins ausgebaute Dachgeschoss. Einige Bewohner schafften es, sich über das Dach und die Feuerleiter ins Freie zu retten. Der Bulgare (37) und seine beiden Töchter schafften es jedoch nicht mehr. Sie wurden tot in einer Wohnung im fünften Stock gefunden. Schnell gab es Hinweise, der Brand sei durch eine Matratze, die im Treppenhaus abgestellt war, entstanden. Für eine technisch bedingte Brandursache fanden sich keine Hinweise. Zur Ermittlung der Brandursache wurden Gutachter des LKA hinzugezogen, die Kriminalpolizei bildete eine Ermittlungsgruppe. 

Polizei informiert in Pressekonferenz

Der leitende Kriminaldirektor Frank Hellwig berichtet in der Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Ermittlungen: 

Die Untersuchungen der Ermittlungsgruppe „Dachauer Straße“ dauerten nun vier Monate. Mehr als 130 Vernehmungen wurden durchgeführt und am Tatort gesicherte Spuren ausgewertet. Durch die Vernehmungen bekam die Polizei wichtige Erkenntnisse zum Zeitraum unmittelbar vor dem Brand. 

Die Ermittlungen waren für die Polizei sehr schwierig. Drei Monate dauerte es bis überhaupt klar war, wer zur Zeit des Brandes im Haus war. 48 Personen waren zur Zeit des Brandes in dem Gebäude, sechs davon waren keine Hausbewohner, sondern nur zu Besuch. Die Personen stammen aus zehn Nationen, die Kommunikation war wegen sprachlicher Barrieren schwierig, aber auch weil einige Bewohner Analphabeten sind. Viele waren auch verängstigt, mit der Polizei zu sprechen. 

Als mutmaßlicher Täter wurde ein 42 Jahre alter Hausbewohner ermittelt, er steht im Verdacht auch einen weiteren Brand in dem Anwesen im Mai 2014 gelegt zu haben. Desweiteren wird aber auch noch ermittelt, ob und inwieweit der Brandschutz vernachlässigt wurde, also etwa, ob Rauchmelder installiert waren. Der Mann lebte seit 2009 in dem Haus. Auch bei dem Feuer 2014 war eine Matratze in Brand geraten, wurde damals jedoch schnell wieder gelöscht.   Gegen den Tatverdächtigen wurde Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung und dreifachen Mordes erlassen. Am Donnerstag, 9. März, wurde er verhaftet. 

Der Mann lebt seit 2000 in Deutschland und hat seit 2003 eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Er ist tunesisch-libyscher Abstammung und hatte in Tunesien eine Deutsche geheiratet. Im Rahmen des Familiennachzugs kam er dann nach Deutschland, zunächst lebte er in Hannover. Er gibt an, Biologielehrer zu sein, in Deutschland geht er aber nur Gelegenheitsarbeiten nach. Das Paar ist mittlerweile geschieden.     

Bisher hat er die Tat nicht gestanden. Er bezeichnet sich selbst als sehr ordnungsliebend und rechtschaffen, über die eher chaotische die Wohnsituation in dem Haus hatte er sich in der Vergangenheit oft beklagt. Die meisten Hausbewohner sind Gelegenheitsarbeiter, die sich oft nur für wenige Wochen dort aufhalten. Die Mieter wechseln also sehr häufig, die Wohnverhältnisse sind laut Polizei ärmlich.  

Bei ihren Ermittlungen überprüfte die Polizei auch Serienbrandstifter, mögliche politische Motive, das Motiv Rache, etwa von ehemaligen Mitarbeitern des Hausbesitzers. All dies bestätigte sich nicht. 

Lesen Sie auch:  Nach Brand in der Dachauer Straße - Polizei sucht diese Männer sowie „Nach Brand an der Dachauer Straße - Verfahren wegen Mietwuchers eingestellt“

Bilder: Drei Tote bei Feuer an der Dachauer Straße

Sehen Sie hier unser Video vom November:

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