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Verurteilt: Lukas B. (kl. Foto) muss für die Kosten der Randale in der Allianz Arena aufkommen und kassiert ein jahrelanges Stadionverbot.

Bei Relegationsspiel gegen Regensburg

Stadionverbot und happige Geldstrafe: Löwen-Fan für Randale verurteilt

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Mehr als ein Dreivierteljahr nach den Ausschreitungen beim Relegationsspiel gegen Regensburg ist nun ein Löwen-Fan verurteilt worden. Die Randale hat auch berufliche Folgen für den Mann.

München - Für den TSV 1860 München war es ein rabenschwarzer Tag: Am 30. Mai 2017 verloren die Löwen das Relegationsspiel gegen Jahn Regensburg und stiegen in die Drittklassigkeit ab. Auch die Fans lieferten bei dem Spiel in der Allianz Arena einen fragwürdigen Auftritt: Bis zu 100 Anhänger hatten in der 75. Spielminute versucht den Platz zu stürmen, rissen Sitzschalen aus der Verankerung und bewarfen Polizisten auch mit Glasflaschen und Feuerzeugen. Eine Viertelstunde lang stand das Spiel auf der Kippe, bis sich die Situation beruhigt hatte - und die Fans sich in den Block zurückzogen.

Mittlerweile zeichnen sich die juristischen Folgen der heftigen Ausschreitungen ab: Nach der öffentlichen Polizei-Fahndung im August 2017 hatte sich ein Randalierer gestellt, ihn verurteilte das Münchner Amtsgericht am Dienstag wegen diverser Delikte zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Zudem muss Lukas B. (25) eine Geldstrafe über 1200 Euro zahlen.

Mutmaßlicher Rädelsführer muss Kosten der Randale übernehmen

Doch damit nicht genug: Das Gericht erlegte B. auch die Kosten der Randale auf, bei denen er laut Staatsanwaltschaft einer der Rädelsführer war. In Zahlen ausgedrückt: Der Löwen-Fan muss insgesamt 10.721,70 Euro für zwei zerstörte Fangnetze zahlen sowie zusätzlich rund 8000 Euro für die zerstörten Sitze. Denn laut Anklage hatte er etliche andere Fans zur Zerstörung angestiftet.

„Es tut mir leid. Ich war mit an vorderster Front gewesen, aber ich wollte niemanden verletzen. Die Situation hatte sich hochgeschaukelt, Gewalt war nicht geplant“, sagte Lukas B. am Dienstag aus und gestand alle Vorwürfe ein. Angeklagt war B. wegen besonders schwerem Landfriedensbruch in 22 Fällen sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Bayerische Versammlungsgesetz.

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Szenen eines Abstiegs: Mehrere Personen im Sechzig-Block feuerten herausgerissene Sitzschalen auf den Platz.

Verurteilter sieht sich als „friedliebenden Menschen“

Beim Relegationsspiel in der Allianz Arena hatte er eine Sturmhaube getragen, vor Gericht gab er sich am Dienstag eher kleinlaut: „Ich weiß auch nicht, was mit mir los war. Es war halt ein sehr emotionaler Tag. Die Löwen sind mein Herzens-Verein.“ Sich selbst beschrieb Lukas B. als „friedliebenden Menschen“.

Die Staatsanwaltschaft sah das anders und warf B. „planvolles Vorgehen“ vor: „Sie sind durch besondere Brutalität hervorgestochen.“ Videoaufnahmen hatten Lukas B. überführt, im Gericht wurden die Szenen am Dienstag erneut abgespielt. Darauf ist gut zu sehen, wie sich sein freundliches Gesicht im Fanblock zu einer Fratze verzieht.

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Drei Jahre bundesweites Stadionverbot

Drei Jahre lang darf der Kaminkehrer nun nicht mehr ins Stadion gehen, das Gericht belegte ihn mit einem bundesweiten Verbot. Lukas B. nahm die Sperre mit einem Nicken zur Kenntnis und sagte: „Man weiß halt nie, was dort passiert.“

Bitter für den Randalierer: Gerade erst hat er seine Prüfung abgeschlossen, darf sich nun wegen der üppigen Vorstrafen im Beruf aber nicht selbstständig machen. „Er hat sich keinen Gefallen getan“, sagte seine Verteidigerin Christina Keil.

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Andreas Thieme

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