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Die sogenannten Full-Moon-Partys von Koh Phangan gehören seit etwa 30 Jahren zum Fixpunkt vieler Thailand-Touristen. Jeden Monat zu Vollmond feiern etwa 30.000 Partygäste.

Event-Agentur wirbt via Facebook

Vollmond-Party an der Isar? Lokalpolitiker laufen Sturm

München - Eine Agentur ruft via Facebook zu einer „Full Moon Party“ im Mai an der Isar auf – Lokalpolitiker sind entsetzt.

Eine Berliner Veranstaltungs-Firma hat über das Internet in München zu einer „Full Moon Party“ an „der ganzen Isar“ eingeladen. Kommunalpolitiker im Münchner Süden sind entsetzt. Sie fordern, dass die Vollmond-Sause verboten wird.

Am 21. Mai soll es soweit sein. Denn in jener Nacht „scheint der Mond mal wieder am hellsten, und was gäbe es Schöneres, als gemeinsam eine Full Moon Party an der Isar zu feiern – frisch zum ersten Angrillen“, schreibt die Firma „Event0“ auf ihrer Facebook-Seite. Das kommt bei vielen gut an. Am Dienstagnachmittag hatten bereits mehr als 6700 Nutzer zugesagt und über 52.000 per Klick ihr Interesse bekundet. Ein Foto auf der Internet-Seite zeigt, was das Vorbild für die Idee ist: die legendären Full Moon Partys auf der thailändischen Insel Koh Phangan. Beliebte Massenevents, die zehntausende Gäste aus der ganzen Welt anlocken.

Der Gedanke, dass das Ufer der Isar in ähnlicher Weise zur Partyzone werden könnte, gefällt nicht jedem. Schon gar nicht nach den Dauerproblemen im vergangenen Jahr. Den ganzen Sommer über hatten sich Anwohner über Partylärm und durch Grill-Rauchschwaden beklagt. Sowohl der Bezirksausschuss (BA) Sendling als auch der BA Thalkirchen- Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln reagierten auf den Aufruf prompt mit geharnischten Anträgen. Sie wollen, dass Events dieser Art an der Isar unterbunden werden.

Der Vollmond als kommerzielle Veranstaltung

Die Stadt ist bereits aktiv geworden. „Wir haben uns mit dem Veranstalter in Verbindung gesetzt und ihn über die Regularien informiert“, sagt Daniela Schlegel, Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats (KVR). „In dieser Form könnte das nicht genehmigt werden.“ Die Event-Firma rudert unterdessen in eine andere Richtung: „Unsere Intention war nie, an der Isar eine organisierte öffentliche Party stattfinden zu lassen, daher haben wir auch nie einen Antrag dafür gestellt“, erklärt der Geschäftsführer Robin Stegemann auf Anfrage unserer Zeitung. Es gehe ausschließlich um den Vollmond in jener Nacht, behauptet er. „Wir haben lediglich darauf hingewiesen, dass jeder an die Isar kommen könne, um sich dieses Schauspiel anzusehen.“ In Thailand sei dies Tradition, hierzulande noch nicht. Den Vollmond an der Isar zu genießen, könne die Stadt den Menschen wohl kaum verbieten. Stegemann räumt allerdings ein, dass seine Firma am 21. Mai auch eine öffentliche und angemeldete „Full Moon Party“ plane. „Allerdings mit begrenztem Einlass und Vorverkauf.“ Der genaue Ort werde noch nicht verraten. „Um die Spannung noch hoch zu halten.“

Bezirksausschüsse: Stadt muss Bewerbung auf Facebook verhindern 

Intention hin oder her – die örtlichen Bezirksausschüsse sind ungehalten. Es könne nicht angehen, dass ein kommerzieller Anbieter zum kollektiven Vollmond-Gucken an der Isar aufrufe. „Selbst wenn an diesem Abend nur ein Bruchteil von denen kommt, die zugesagt haben, ist das zu viel“, kritisiert Rene Kaiser, Fraktionssprecher der Grünen im BA Sendling.

Dieser fordert das KVR und das Baureferat nun auf, der Agentur mitzuteilen, dass die Bewerbung jeglicher Events in den Isarauen über Facebook zu unterlassen ist. Der Firma müsse deutlich gemacht werden, dass sie als Veranstalter die Kosten für Einsätze von Polizei und Rettungsdiensten sowie für die Müllentsorgung zu tragen habe. Der BA Thalkirchen sieht das genauso. Die Stadt müsse verhindern, „dass über soziale Medien zu großen Veranstaltungen aufgerufen wird“, heißt es in einem Antrag der CSU. Der Erholungsraum Isar sei bereits jetzt durch eine Vielzahl von privaten Nutzungen über Gebühr strapaziert, so Reinhold Wirthl. „Es geht darum, frühzeitig die Notbremse ziehen. Wir hatten 2015 schon genug Ärger.“

B. Wenninger

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