+
Dieter Reiter

Champions-League-Affäre

FCB-Einladung an Reiter: Das sagt der Staatsanwalt

München - Jetzt hat der Münchner OB-Kandidat Dieter Reiter es schriftlich von der Justiz: Seine Fußballreise auf Kosten des FC Bayern war keine Vorteilsnahme.

Münchens SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dieter Reiter muss nach seiner umstrittenen Fußballreise keine juristischen Folgen fürchten. Reiter war als Wirtschaftsreferent auf Kosten des FC Bayern zum Champions-League-Finale in London gereist. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb eine mögliche Vorteilsname geprüft. Dafür gebe es aber keine Anhaltspunkte, teilte die Behörde am Dienstag mit und schloss den Vorgang mangels Anfangsverdachts.

„Dieses Ergebnis habe ich erwartet“, teilte Reiter mit. „Ich begrüße ausdrücklich, dass die Staatsanwaltschaft hier so schnell Klarheit geschaffen hat.“ Auch Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) äußerte sich erfreut. Die Staatsanwaltschaft habe „schon nach kurzer Zeit“ eindeutig festgestellt, dass nicht einmal ein Anfangsverdacht der Vorteilsannahme vorliege. Reiter war vom FC Bayern zu Flug, Hotel und Bankett eingeladen worden. Ude hatte die Reise genehmigt.

Die habe eine große Bedeutung für die Landeshauptstadt gehabt und sei grundsätzlich nur auf Einladung des FC Bayern München möglich gewesen, ließ Ude nun mitteilen. „Dieter Reiter hat somit kein Geschenk und keinen anderen Vorteil angenommen.“

Der CSU-Stadtratsfraktionsvizes Hans Podiuk betonte hingegen, entscheidend sei von Anfang an die politische Dimension gewesen. „Dieter Reiter hat das für einen Oberbürgermeister-Kandidaten erforderliche Gespür vermissen lassen.“ Als hoher städtischer Beamter hätte er sich zumindest nicht auf Flug und Hotel einladen lassen dürfen - zumal er für die Stadt verhandele, etwa wenn es um die Änderung der Beschilderung in „Allianz-Arena“ gehe.

Mehr zum Thema:

Ude verteidigt Reiters Reise zum CL-Finale

Interview mit Reiter:  „Ich habe mich korrekt verhalten“

Das war’s mit dem Bürgermeister-Sessel

Es gehe jenseits strafrechtlicher Relevanz um die städtische Richtlinie, in der Ude erkläre, es dürfe nie der Anschein entstehen, dass Beschäftigte für persönliche Vorteile empfänglich sein könnten. „Genau dieser Anschein besteht aber.“ Ude argumentierte wiederum, Kritikpunkt sei nur gewesen, Reiter hätte statt des FC Bayern den Steuerzahler mit den Kosten belasten sollen.

„Sogar die Formulare für die Dienstreisen sämtlicher städtischer Beschäftigten sehen aber ausdrücklich vor, dass genehmigte Dienstreisen sowohl von der Stadt wie auch vom Veranstalter getragen werden können.“ Die Staatsanwaltschaft hatte sich nach Medienberichten eingeschaltet; Reiter und Ude hatten den Schritt begrüßt: Es werde sich herausstellen, dass alles völlig korrekt gelaufen sei. Reiter will bei den Kommunalwahlen 2014 Ude nachfolgen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

S-Bahn München: Polizeieinsatz am Hauptbahnhof - Probleme auf der Stammstrecke
Zahlreiche Pendler sind auf den S-Bahn-Verkehr angewiesen. Doch immer wieder kommt es zu Störungen, Sperrungen und Ausfällen. In unserem News-Ticker informieren wir Sie …
S-Bahn München: Polizeieinsatz am Hauptbahnhof - Probleme auf der Stammstrecke
München im Marathon-Fieber: Befürchtetes Chaos bleibt aus
Um 10 Uhr fiel am Sonntagmorgen im Olympiapark der Startschuss für den 33. München-Marathon und damit die viertgrößte Marathon-Veranstaltung ganz Deutschlands.
München im Marathon-Fieber: Befürchtetes Chaos bleibt aus
Favoritensiege beim Münchner Marathon
Die Favoriten haben den 33. München-Marathon für sich entschieden. Die Sieger heißen Andreas Straßner und Susanne Schreindl.
Favoritensiege beim Münchner Marathon
So lief die Sperrung auf der Münchner S-Bahn-Stammstrecke
Wegen Bauarbeiten bei der Bahn mussten die Münchner am Wochenende wieder einmal Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr hinnehmen.
So lief die Sperrung auf der Münchner S-Bahn-Stammstrecke

Kommentare