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Mieten in München

Nur London und Paris sind teurer

München - Die Stadt München gilt bei den Mieten als teures Pflaster. Zu recht, wie eine neue Erhebung zeigt. Londoner Verhältnisse hat man aber längst noch nicht erreicht.

München bleibt weiterhin sowohl bei Mieten als auch bei Kaufpreisen für Immobilien die teuerste Großstadt Deutschlands, eine Entspannung des Wohnungsmarktes ist nicht in Sicht. Dies ist ein wesentliches Ergebnis der neuesten Expertenbefragung. Die Studie, die auch Handlungsempfehlungen beinhaltet, wird am Mittwoch im Planungsausschuss vorgestellt.

Wohneigentum bleibt demnach trotz der durchschnittlich etwas höheren Einkommen für viele Haushalte ein unrealisierbarer Wunsch. Die durchschnittlichen Kaufpreise liegen bei 6300 Euro pro Quadratmeter. Höher sind die Preise laut „Deloitte Property Index 2015“ europaweit nur in London (14 000 Euro) und Paris (10 000 Euro). München belegt den dritten Platz – noch vor Stockholm und Moskau.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung bittet seit 2003 regelmäßig Wohnungsunternehmen, Bauträger, Banken, Genossenschaften und Verbände, ihre Einschätzung zum Münchner Wohnungsmarkt abzugeben. Aus der aktuellen Befragung geht hervor, dass eine temporäre Entspannung des Gesamtmarktes nicht zu erwarten ist. Dies gelte sowohl für München als auch für das Umland.

Allerdings sei noch nicht erkennbar, ob die Mieten den Kaufpreisen, die noch stärker angestiegen sind, weiterhin in gleichem Tempo folgen werden, fasst das Planungsreferat zusammen. Laut Wohnungsmarktbarometer haben sich die Erstbezugsmieten seit 2005 um etwa fünf Prozent pro Jahr erhöht. Derzeit liegen sie bei durchschnittlich 15,30 Euro pro Quadratmeter.

Die durchschnittliche Größe bei Mietwohnungen wird sich nach Einschätzung der Experten nach unten bewegen. Die Gründe dafür liegen in der Investitionshöhe und der Vermietbarkeit am freien Markt. Ein weiterer Trend in diesem Kontext: Küchenzeilen würden immer häufiger die klassische Küche ersetzen. Bei den Grundstückskäufen herrsche ein erheblicher Konkurrenzkampf zwischen den klassischen Anbietern wie Wohnungsunternehmen und Genossenschaften und Investoren wie Versicherungen oder Banken.

Die Mietpreisbremse wird von den meisten Experten nicht als alleiniges Allheilmittel für mehr bezahlbaren Wohnraum gesehen. Stärkere Effekte im Hinblick auf ein günstiges Mietenniveau erwartet man sich von niedrigeren Stellplatzkosten, mehr Nachverdichtung und einem gleichzeitigen regionsweiten Ausbau des ÖPNV. In diesem Zusammenhang werden die Vorstöße von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) begrüßt, sich gemeinsam mit den Landräten über mögliche Lösungsstrategien verständigen zu wollen.

Aus der Befragung der Experten und einer im Juni 2015 abgehaltenen Diskussionsrunde hat das Planungsreferat nun einige zentrale Schlussfolgerungen herausgefiltert. So würden von niedrigen und mittleren Einkommensgruppen zunehmend kompakte, funktionale Wohnungen nachgefragt, weil deren verfügbares Budget für die Miete nicht mit der steigenden Preisentwicklung am Münchner Wohnungsmarkt Schritt halte. Wichtig sei dabei, dass in allen Stadtquartieren weiterhin Vielfalt herrsche. Die aktuelle Entwicklung der Immobilienpreise und Mieten gefährde diese Mischung, so das Planungsreferat. Deshalb sei die Förderung von bezahlbarem, gefördertem Wohnraum auch in den guten und sehr guten Lagen kein Luxus, sondern notwendige Voraussetzung für den Erhalt der Lebensqualität und sozialen Mischung in München.

Eine Antwort auf die Knappheit an Neubauflächen sei auch qualifizierte Nachverdichtung. Von Seiten der Wohnungswirtschaft bestehe hier große Handlungsbereitschaft. Darüber seien sich die Experten einig. Ferner sollten Konzepte zur energetischen Sanierung noch stärker gefördert und ausgebaut werden. Schließlich müssten manch gewohnte Standards auf den Prüfstand gestellt werden. Auch die zunehmende Flüchtlingszuwanderung erfordere hier Antworten und den Mut, neue Wege zu beschreiten.

Klaus Vick

Rubriklistenbild: © dpa

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