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Das Fach „Dialog mit Schülern“ hat er nicht belegt: Münchner Schüler übergeben Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) ein unrühmliches Zwischenzeugnis.

Schüler bewerten den Minister

Zeugnis für Spaenle: „Ludwigs Versetzung ist sehr stark gefährdet“

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München - Am Freitag gab es Zwischenzeugnisse: Die Münchner Schülervertretung hat dem bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle auch eines ausgestellt - das ist eher unrühmlich.

Die gewöhnlichen Schulfächer wie Sport, Mathematik oder Deutsch findet man auf diesem Zeugnis nicht. Stattdessen: „Manipulative Rhetorik“, „Transparenz verhindern“ oder „Fragen und Vorwürfen ausweichen“. Darin hat sich der betreffende Schüler besonders hervorgetan und sich jeweils die Note 2 verdient. Dennoch steht am Ende des Papiers: „Bei gleichbleibender oder abfallender Leistung ist Ludwigs Versetzung sehr stark gefährdet.“

Dieser Ludwig, der das nicht gerade rühmliche Zwischenzeugnis kassiert hat, hört auf den Nachnamen Spaenle – und ist bayerischer Kultusminister. Eine Gruppe Münchner Schüler hat es sich herausgenommen, ihren obersten Chef einmal selbst zu bewerten. Und zwar mit viel Ironie. Die Mitglieder der „StadtschülerInnen Vertretung“ überreichten dem CSU-Politiker das Zeugnis im Bayerischen Landtag. Mit der Aktion wollten sie sich Gehör verschaffen und ihre Meinung zum Bildungssystem kundtun – denn das Fach „Dialog mit Schülern“ hat der Minister laut Zeugnis überhaupt nicht belegt. Hannah Imhoff (18) appellierte an Spaenle: „Lieber Kultusminister, auch für Sie gilt: Reden Sie nicht nur über uns, sondern mit uns!“

Die Schüler bemängelten unter anderem, dass Spaenle sich zu wenig für ihre Rechte einsetze. „Kann man die Schulordnung wirklich über meine Menschenrechte stellen? Das frage ich mich immer, wenn ich im Unterricht nichts trinken und nicht auf die Toilette gehen darf“, sagte die 16-jährige Marjolaine.

Wie bei einem echten Zeugnis erhielt der Minister auch eine Bewertung unter seinen Zensuren. „Der äußerst aufgeweckte und zielstrebige Politiker machte nicht nur mit positiven Nachrichten auf sich aufmerksam, sondern auch mit seinem ausgezeichneten Sprachvermögen“, steht da etwa. Soll wohl heißen: Er redet viel und hört sich auch selbst gerne reden. Mehr Kritik schwingt bei einem anderen Satz mit: „Zusätzlich schaffte er es, auch in den Schulen durch sogenannte Übergangsklassen die Parallelgesellschaft der Flüchtlinge weiter auszubauen.“

Spaenle äußerte sich nicht dazu. „Er wirkte etwas angespannt und gequält“, erzählt Zora Siebauer (17). Zu einem Witz ließ er sich aber doch hinreißen. Auf die Frage, ob er das Zeugnis unterschreiben könne, habe er geantwortet: „Nein, das machen meine Erziehungsberechtigten.“

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