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Dem beliebten Münchner Sender afk M94,5 droht der Entzug der UKW-Frequenz. Eine Entscheidung wird voraussichtlich am 9. Februar 2017 fallen. 

Künftig nur im Digitalradio und im Internet? 

Beliebter Radio-Sender M94,5: Entzug der UKW-Frequenz droht

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München - Der Aus- und Fortbildungskanal afk M94,5 bangt um seine UKW-Frequenz und damit um die Qualität der Ausbildung. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien sieht das anders. 

Am Freitag, 2. Dezember, war dem Aus- und Fortbildungs-Radiokanal afk M94,5 mitgeteilt worden, dass dieser ab dem 15. April des kommenden Jahres möglicherweise seine Ultrakurzwellen-Frequenz (UKW) verlieren könnte. Künftig müsste sich der Sender dann auf ein Digitial- und Webradio beschränken. 

Jochen Breyer und Claus von Wagner haben bei M94,5 ihr Handwerk erlernt

Für den Ausbildungs-Sender, bei dem beispielsweise ZDF-Moderator Jochen Breyer, „Die Anstalt“-Gastgeber Claus von Wagner oder Sport1-Moderatorin Ruth Hoffmann ihre ersten Schritte getan haben, ist das ein nicht tragbarer Zustand. In einer Presseerklärung vom 6. Dezember teilt der Sender mit, dass ohne die Frequenz „eine Medienausbildung unter realen Bedingungen kaum möglich“ sei. So würden beispielsweise Akkreditierungen zu relevanten Veranstaltungen nicht mehr ohne weiteres gewährt werden, zudem wären Kooperationen mit Veranstaltern, Vereinen und Institutionen nicht mehr möglich. 

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Obendrein würde das Wegfallen der UKW-Frequenz die Zusammenarbeit mit Künstlern und Plattenfirmen erschweren. „Damit würde afk M94.5 sein Herzstück verlieren“, heißt es in der Presseerklärung. Hinzu kommt, dass - laut einer im November 2016 veröffentlichten JIM Studie - 75 Prozent der jungen Menschen, also die Zielgruppe von afk M94, Radio via UKW hören und nicht über Digitalradios oder das Internet. 

BLM äußert sich

Jetzt hat sich die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) via Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Demnach gebe es keine Pläne, den Sender abzuschalten, am 9. Februar 2017 werde es „darum gehen, die Münchner UKW-Frequenz 94,5 MHz möglicherweise einem anderen Programm zuzuweisen“. 

Als Interessenten für eine Übernahme der UKW-Frequenz gelten Rock Antenne und egoFM

Als Interessenten nennt die BLM die beiden Satellitenhörfunkprogramme Rock Antenne und egoFM. „Die Ausstrahlung von afk M94.5 über DAB+ und Internet bliebe selbstverständlich weiterhin erhalten“, so der Wortlaut in der Pressemitteilung der BLM. „An der potenziellen technischen Reichweite würde sich nichts ändern. Aus Sicht der Landeszentrale ist die UKW-Frequenz nicht nötig, um die Ausbildungsziele zu erreichen.“ 

Zur Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildungskanäle bedürfe es strategischer Partnerschaften mit privaten Hörfunkanbietern. Dazu könnten sowohl die Rock Antenne als auch egoFM einen wesentlichen Beitrag leisten. 

Zwar vermittelt der Wortlaut der BLM-Pressemitteilung den Eindruck, der Entschluss würde bereits feststehen, ob es tatsächlich zu besagtem Frequenz-Entzug kommen wird, wird sich aber frühestens am 9. Februar des kommenden Jahres klären. „Der Hörfunkausschuss wird entscheiden“, sagt BLM-Pressesprecher Dr. Wolfgang Flieger auf Anfrage. „Wie die Entscheidung ausfallen wird, ist völlig offen.“ 

hb

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