Acht Männer vor Gericht

Mafia-Methoden am Wertstoffhof

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München - Seit Montag verhandelt das Amtsgericht jetzt gegen die Angestellten der Abfallwirtschaftsbetriebe: Acht Männer stehen vor Gericht, nur drei sind geständig. Laut Anklage haben sie sich in 64 Fällen bestechen lassen.

Die Mafia vom Wertstoffhof – so berichtete die tz Mitte September 2016. Vor Gericht ging es um zwei Schrotthändler, die etliche Angestellte der Münchner Wertstoffhöfe bestochen hatten. Sie überließen den Händlern gegen Bargeld gut erhaltene Gegenstände, die sie dann selbst verkauften – und die Stadt um hohe Einnahmen brachten. Im Raum stand eine Summe von mehreren Hunderttausend Euro.

Seit gestern verhandelt das Amtsgericht jetzt gegen die Angestellten der Abfallswirtschaftsbetriebe: Acht Männer stehen vor Gericht, nur drei sind geständig. Laut Anklage haben sie sich in 64 Fällen bestechen lassen.

„Als ich auf dem Wertstoffhof anfing, da gab’s dieses System schon“, sagt Max P. (Name geändert). „Wir haben das gute Zeug gesammelt und verkauft. Dafür sind wir vom Händler zum Essen eingeladen worden oder haben 15 bis 20 Euro Belohnung bekommen.“ Die Meister hätten Bescheid gewusst. Und mehr noch: „Der Platzwart hat den Händler herumgeführt. Dann wurde der Preis verhandelt. Zwei bis drei Mal pro Woche kam das vor.“ Laut Anklage zwischen Dezember 2012 und März 2014.

Jeder Mitarbeiter musste im Arbeitsvertrag unterschreiben, dass er kein Geld annimmt. „Auch ich habe das getan“, sagt Max P. „Aber bei der Arbeit wurde mir klar: Wenn ich nicht mitziehe, mache ich mir Feinde. Denn alle haben das Geld angenommen.“ Am 30. Januar geht der Prozess weiter. 

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