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„Söder, der stets demütige Diener“: Django Asül am Mittwochabend beim Derblecken im Münchner Hofbräuhaus.

Asüls Maibockrede im Hofbräuhaus

Djangos strahlender Scheinheiligenschein - so wurden Söder und Seehofer derbleckt

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So viele neue Minister, und wen soll man jetzt besonders liebevoll zusammenfalten? Beim ersten Maibock für die Söder-Regierung probt Django Asül den Rundumschlag - ist aber am stärksten, wenn er Söder und Seehofer derbleckt.

München - Wer beim bayerischen Ritual des Starkbieranstichs die Instrumente verwechselt, kann sich sauber blamieren. Der Schlegel ist fürs Bierfass da, fürs anschließende Derblecken taugt ein Holzhammer aber wenig. Da ist eher Scharfzüngigkeit gefragt, das Florett also. Django Asül hat beim Maibock-Anstich im staatlichen Hofbräu am Mittwochabend zum richtigen Gerät gegriffen.

Fein, satirisch und ein bisserl hinterfotzig derbleckt der Niederbayer die Landespolitik. Am besten die Chefs: Der Spott, mit dem Asül den letzten Herbst in der CSU beleuchtet, den Machtkampf Horst Seehofer / Markus Söder, ist schon speziell. Immer wieder kommt er darauf zu sprechen, veralbert den Duzfreund Markus: „Du warst stets ein demütiger Diener. Du hast nie an dich gedacht. Sondern immer nur an die Durchsetzung deiner persönlichen Ziele.“

Von Seehofers Lebenstraum Bundesinnenminister

Nächtelang habe Söder gebrütet über der Frage, wie man dem Horst den Lebenstraum erfüllen könne, Bundesinnenminister zu werden. Auf dem CSU-Parteitag im Dezember kam dann die Erleuchtung. „Söder sagte: Ich bin ein Teamplayer, ich wusste es nur noch nicht. Seehofer sagte: Ich bin ein Söder-Fan, ich wusste es nur noch nicht.“ Und über beiden, so lästert Asül, „strahlte der Scheinheiligenschein“.

Lesen Sie auch unser Interview mit Asül vor dem Derblecken: „Dann werde ich auch Spaß haben als Maibockredner

Dabei hat es Asül gar nicht so leicht mit Teilen seiner Rede: Die Protagonisten sind zu neu. Jungminister wie Florian Herrmann, Georg Eisenreich, Marion Kiechle („viermal verheiratet - Bayerns Antwort auf Gerhard Schröder“) oder Michaela Kaniber sind zu wenig bekannt für zündende Pointen. Gleichzeitig bietet die Opposition wenig Angriffsfläche. Was nicht daran liegt, dass Asül nicht gründlichst Zeitung gelesen hätte. Hat er. Und kann sich deshalb drüber lustig machen, wie Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger in seiner Rede nach Söders Wahl immer weiter vom Thema wegmäanderte und am Ende über EU-Schlachtverordnungen referierte. Stimmt, macht eine Überzeichnung durch eine satirische Maibockrede aber überflüssig.

Aufmerksamer Zuhörer: Markus Söder gab sich wie gewohnt die Ehre.

Söder im Gegensatz zu Seehofer vor Ort

Egal - der Saal (trotz Champions-League voll) geht mit, kurz nach Ausschank des 7,3-Prozent-Maibock, vor Zander und Lammkarree. Söder ist wie immer da, eingezogen zum Defiliermarsch, Seehofer wie immer nicht. Anzapfen darf der neue Finanzminister Albert Füracker (neun Schläge, es spritzt unter dem Gelächter der Gäste gewaltig). Seine Vorrede allerdings bleibt brav, sogar arg CSU-lastig, kein Hauch von der Frechheit zu Faltlhauser-Zeiten. „Nervosität und Demut im Angesicht des Chefs“, räumt Füracker ein.

Gut, dass das bei Asül anders ist. Er liefert sogar spontan noch eine hundsgemeine Begründung für die Demission des früheren Kultusministers: „Wenn der Seehofer in Berlin einen Spahn im Kabinett hat - darf sich der Söder in München nicht mit einem Spaenle zufriedengeben.“

Lesen Sie auch unsere Kritik zum Derblecken 2017: Mai-Gaudi im Hofbräuhaus: Das war bockstark

Christian Deutschländer

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