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Zu 60 Arbeitsstunden verurteilt: Oliver R. musste vor Gericht wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie aussagen.

21-Jähriger auf der Anklagebank

Mann suchte Kontakt zu Pädophilen - „Abartiges Material“ schockiert Ermittler

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Weil er das dringende Bedürfnis nach Kontakt verspürte, ist Oliver R. in einem Pädophilenring gelandet. Nun stand der junge Mann vor Gericht - und schockierte selbst erfahrene Ermittler.

München - Auf der Suche nach Anerkennung fand Oliver R. (21) das Böse, in Form einer Gruppe von Pädophilen. Ihnen hatte sich der Mann aus Neuhausen im Internet angeschlossen. „Ich hatte keine Freunde und hockte nur am PC. Sie akzeptierten mich“, sagte er vor Gericht, wo er wegen der Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt war. 2558 Bilder und 132 Videos hatte die Polizei bei R. gefunden - mit acht Stunden Spielzeit.

„Das Material war abartig“, warf die Staatsanwältin dem 21-Jährigen vor. „Es handelt sich um härteste Kinderpornografie.“ In den Filmen wurden Säuglinge etwa mit Zangen an ihren Genitalien gequält. Zudem soll Oliver R. auch seinen kleinen Bruder (6) anderen Internetnutzern „zum Missbrauch angeboten haben“. Der Angeklagte hatte dafür eine einfache Erklärung: „Endlich hatte ich Freunde, mit denen ich mich austauschen konnte.“

„Sonst wäre ich rausgeflogen“

Worum es in dem Darknet-Forum inhaltlich ging, sei ihm „nicht so wichtig“ gewesen, berichtete R. Dennoch beteiligte er sich und verschickte etliche Sex-Dateien. „Das wurde in der Gruppe so gefordert. Ich musste liefern, sonst wäre ich rausgeflogen.“

Vor Gericht sprach der Zwei-Meter-Mann wie ein Kind. Und tatsächlich: Psychologen haben bei Oliver R. eine Entwicklungsstörung festgestellt. „Nach dem Tod seiner Mutter musste er massive persönliche Probleme bewältigen“, sagte Verteidigerin Claudia Enghofer. R. habe geglaubt, in anderen Bereichen des Internets sei sein Leben „nicht spannend genug, um darüber zu quatschen“.

„Bedürfnis nach Kontakt über alles gestellt“

Also suchte er sich Pädophile aus - laut Amtsrichterin Bendler „üble Kontakte“. Sie verurteilte Oliver R. zu sechzig Arbeitsstunden und rügte: „Ihr Bedürfnis nach Kontakt haben Sie über alles gestellt. Im Internet hätten Sie sich zahlreichen anderen Gruppen zum Austausch anschließen können.“

Selbst ein erfahrener Ermittler war schockiert über die Härte der Kinderpornos: „So etwas habe ich in zehn Jahren nicht gesehen.“ Unter anderem hatte Facebook Oliver R. schließlich angezeigt, weil er auch dort Filme verschickte. Rückblickend, sagte R., „war das alles ziemlich bescheuert“.

Andreas Thieme

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