Mann wirft mit Igeln: "Macht man bei uns so"

München - Auch für Tiere kann die Gluthitze gefährlich werden. Die Polizei ist daher immer wieder im Einsatz. Wir dokumentieren die aktuellen tierischen Einsätze seit Sonntag. Ein Mann warf mit Igeln. 

Mehrfach musste die Polizei einschreiten, weil Vögel und Hunde in der Sommerhitze in Lebensgefahr gerieten. Dazu kamen zwei Fälle von Tierquälerei und ein Exot mit einem gefürchteten Stachel:

Sonntag, 14.30 Uhr, Plinganserstraße (Untersendling): Anwohner rufen die Polizei, weil aus einem leer stehenden Haus auf Tauben geschossen wird. Im Hinterhof liegen zwei tote Tauben. Die Waffe war eine Luftpistole.

22.30 Uhr, Kidlerplatz (Untersendling): Ein Passant sieht mit Entsetzen, wie ein Mann Igel gegen die Bäume wirft: „Das macht man in meiner Heimat so,“ behauptet der Südländer. Als die Polizei eintrifft, ist der Mann verschwunden. Die Beamten finden noch einen verletzten Igel und bringen ihn zum Tierarzt.

Montag, 12.20 Uhr, Schopenhauerstraße (Milbertshofen): Seit Stunden sitzt ein Schäferhund eingeklemmt zwischen Gepäckstücken in großer Hitze in einem Auto. Passanten rufen die Polizei, die fast zeitgleich mit der Hundehalterin eintrifft.

12.25 Uhr, Virchowstraße (Schwabing): In der prallen Sonne steht ein Auto, in dem ein Hund um sein Leben japst – so laut, dass man es durch die geschlossenen Scheiben hört. Erst nach 30 Minuten kehrt der Halter endlich zurück. Die Polizei findet zu diesem Thema deutliche Worte: „Hundehalter sollten bedenken, dass sich die Erde in 24 Stunden um die eigene Achse dreht und sich der Schatteneinfall schnell verändern kann“.

Dienstag, 14.30 Uhr, Zaunkönigstraße in Ottobrunn: Anwohner machen sich Sorgen um zwei apathische Sittiche, die seit fünf Tagen unversorgt auf dem Balkon stehen. Niemand kümmert sich um die Tiere. Sie gehören einer Familie, die seit dem 18. August im Türkei-Urlaub ist. Die Polizei holt den Käfig vom Balkon. Im Tierheim wurden die armen Viecher wieder aufgepäppelt.

Mittwoch, 11.10 Uhr, Liebigstraße (Lehel): Eine geschlagene Stunde lässt ein Mann seinen Hund in der prallen Sonne in einem VW sitzen. Kurz vor dem Kollaps raste das Tier in Panik über die Sitze. Der Halter wurde wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.

16 Uhr, Lindwurmstraße: Die Polizei lässt vom Abschleppdienst ein voll in der Sonnen stehendes Auto öffnen, weil der Hund darin zu sterben droht. Die Kosten muss der Besitzer zahlen.

22 Uhr. Geltinger Straße (Obersendling): Im Badezimmer einer 25-Jährigen läuft ein vier Zentimeter großer Skorpion herum. Des Rätsels Lösung: Er reiste vermutlich heimlich aus Ecuador in einem Koffer ein. Den hatte die junge Frau ihrer Freundin für die Reise geliehen. Jetzt hockt der Exot in der Reptilienauffangstation in Schwabing.

Rubriklistenbild: © dpa

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