Marienhof-Grabungen dauern noch länger

München - ie Grabungsarbeiten am Marienhof sollten eigentlich bis Ende dieses Monats abgeschlossen sein. Das hatte die Bahn zugesagt. Jetzt brauchen die Archäologen erneut mehr Zeit.

In einer ungewöhnlich scharfen Stellungnahme bestätigt das Baureferat, dass die Bahn „abredewidrig und völlig überraschend drei Werktage vor Ablauf des von ihr zugesagten Termins“ mitgeteilt habe, dass die Grabungen „nun doch weit in den Oktober hinein“ dauern werden. Dies widerspreche den Vorgaben des Stadtrats, „die sowohl mit der Bahn wie auch mit dem Wirtschaftsministerium abgestimmt waren“. Der Oberbürgermeister werde gegenüber Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) „auf die Einhaltung der zugesagten Termine dringen“.

Das Problem ist nur: Die Stadt hatte es versäumt, einen festen Abgabetermin in die Verträge zu schreiben (wir berichteten). Theoretisch könnte die DB so lange graben, wie sie will. FDP-Chef Michael Mattar spricht von „grober Fahrlässigkeit“. Die „völlig unverantwortliche Vertragsschließung“ räche sich nun erneut.

Die Bahn bestätigt die Verzögerung. Man habe „viel mehr Brunnen und Latrinen gefunden als gedacht“ und sei dadurch „in Zeitnot“ geraten, sagte ein Sprecher. Jetzt brauche man 14 Tage länger. Die Aufschüttung des Lochs verzögere sich dadurch aber nicht, betont die Bahn. Die Übergabe des Marienhofs sei nach wie vor am 30. November geplant. Der Christkindlmarkt sei nicht betroffen. Der Platz hinter dem Rathaus wurde aufgegraben als vorbereitende Maßnahme für den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke, deren Finanzierung noch immer völlig unklar ist. T. Schmidt

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