Bis zum Weihnachtstrubel verschwinden die Bagger: Die Baugrube am Marienplatz wird in diesen Tagen zugeschüttet. foto: reinhard kurzendörfer

Christkindlmarkt muss trotzdem ausweichen

Der Marienhof wird zugeschüttet

München - Schaufel für Schaufel wird das Loch im Herzen Münchens geflickt: Der Marienhof soll bis Ende November wieder begehbar sein. Für den Christkindlmarkt kommt das aber zu spät – er muss wie geplant ausweichen.

Das Graben hat ein Ende, nun wird zugeschüttet. Am Marienhof entsteht in diesen Tagen wieder eine ebene Fläche. Die Deutsche Bahn ist dabei, die Baugrube hinter dem Rathaus zu verfüllen. Bis zum 30. November will die Stadt die Fläche zurückhaben. Theoretisch rechtzeitig zum Start des Christkindlmarkts – doch die Veranstalter haben den Marienhof für dieses Jahr längst abgeschrieben. „Es ist alles geplant, jeder Beschicker weiß, wo er stehen wird“, erklärt Wolfgang Nickl, Sprecher des Wirtschaftsreferats. „Das wird alles seit Monaten vorbereitet.“ Wie bereits beschlossen weicht der Markt auf die restliche Fußgängerzone aus: vom Marienplatz in westlicher Richtung bis zum Richard-Strauss-Brunnen, im Süden bis zum Rindermarkt.

Ob der Christkindlmarkt im nächsten Jahr zurückkehren kann ist laut Nickl – wie quasi alles am Marienhof – abhängig vom Schicksal der zweiten Stammstrecke. Sollte der Bau beschlossen werden, könnte der Marienhof wieder zur Baustelle werden. Wie er sich bis dahin optisch präsentiert, ist nun die Frage. „Wir beraten derzeit, wie der Marienhof künftig aussehen soll“, sagte eine Sprecherin des Baureferats. Eine provisorische Begrünung soll es geben, die Pläne sind bereits fertig – noch im November soll darüber ein Gespräch mit der Bahn und dem Wirtschaftsministerium geführt werden. Die Pläne müssten dann vom Stadtrat abgesegnet werden. „Im Moment wissen wir aber noch gar nicht, ob die Bahn wie geplant fertig wird“, so die Sprecherin.

Ja, wird man, lautet die Antwort der Deutschen Bahn auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir tragen eine Schotterschicht auf und setzen einen Kantenstein, wo früher die Hecke war“, erklärte ein Sprecher. „Die Fläche wird Ende November begehbar sein.“

Seit April 2011 müssen die Münchner mit der Großbaustelle leben. Damals hatten Stadt und Freistaat das Ziel, den zweiten S-Bahn-Tunnel vor den Olympischen Winterspielen 2018 fertigzustellen. Doch der Traum von Olympia platzte. Eine endgültige Entscheidung über den Bau der zweiten Röhre ist bis heute nicht absehbar.

Die Baustelle aber ist geblieben – archäologische Grabungen, die Auflage für die Planung der zweiten Stammstrecke waren, hatten weitaus länger gedauert als gedacht. Erst am Mittwoch habe man die Bahn ermahnt, den Termin nun zu halten, hieß es aus dem Baureferat. Denn auch, wenn der Christkindlmarkt ausweicht: Mit ihm beginnt auch das Weihnachtsgeschäft in der Fußgängerzone – und eine riesige Baustelle will dann niemand mehr haben.

Ann-Kathrin Gerke

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Münchner Wohn-Wahnsinn in Zahlen - Statistiken aus der Landeshauptstadt
Wir haben für Sie den gesamten Kosmos des Münchner Wohnens in Zahlen aufbereitet – von der Zahl der Wohnungen über den durchschnittlichen Quadratmeterpreis bis zum …
Der Münchner Wohn-Wahnsinn in Zahlen - Statistiken aus der Landeshauptstadt
Drama am Isar-Hochufer: So geht es Frauchen und Hund nach sieben Stunden Todesangst
Es war ein Drama am Isar-Hochufer: Sieben Stunden hatten Hund und Frauchen Todesangst. So geht es den Geretteten jetzt. 
Drama am Isar-Hochufer: So geht es Frauchen und Hund nach sieben Stunden Todesangst
Truderinger Träume: So könnte der Ortskern schon in vier Jahren ausgehen
Was wird aus Trudering? Das Baureferat hat nun Pläne vorgestellt, wie der Ortskern in vier Jahren aussehen könnte. 
Truderinger Träume: So könnte der Ortskern schon in vier Jahren ausgehen
„Auf der Isar geht‘s schon zu wie auf der A95“: Schlauchboot-Verbot droht
Das Wasser plätschert, am Ufer ziehen die Bäume vorüber – es ist schon ein traumhaftes Erlebnis, so eine Schlauchbootfahrt auf der Isar.
„Auf der Isar geht‘s schon zu wie auf der A95“: Schlauchboot-Verbot droht

Kommentare