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Muss schließen: Das Wirtshaus Franz Josef an der Nymphenburger Straße von Mario und Kristina Klaric

Braunauer Hof

Neubeginn am Isartor

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München - Die Geschwister Klaric schließen ihr Neuhausener Wirtshaus Franz Josef – und übernehmen ab März den Braunauer Hof in der Innenstadt.

Überall in Bayern sterben traditionelle Wirtshäuser – Kristina und Mario Klaric aber hauchen den Totgesagten wieder Leben ein: Vor ein paar Jahren zum Beispiel übernahmen die Geschwister die Gaststätte Löwe und Raute im CSU-Hauptquartier an der Nymphenburger Straße. Ein leer stehendes Lokal, das aussah, als sei es zuletzt zu Lebzeiten von Franz Josef Strauß renoviert worden. Die beiden gestalteten die düstere Gaststätte mithilfe der Paulaner-Brauerei und der CSU komplett neu, setzten auf gute Küche – und verwandelten es so in das moderne Wirtshaus Franz Josef, das bei den Neuhausenern beliebt ist.

Jetzt übernehmen der Koch mit Meisterbrief und die Hotelfachfrau den Braunauer Hof in der Innenstadt. Und damit erneut ein sehr altes Wirtshaus. Das Haus, in dem sich das Franz Josef befindet, wird abgerissen und durch Eigentumswohnungen ersetzt. Die CSU hatte es verkauft, um in der Parkstadt Schwabing ein repräsentativeres Domizil erwerben zu können. Ende Dezember muss das Wirtshaus deshalb schließen, das erst vor vier Jahren aufwändig renoviert worden war. „Wir sind richtig traurig“, sagt Mario Klaric (47). „Hier hat sich mehr entwickelt als Gastronomie als Dienstleistung. Für viele unserer Gäste war das Franz Josef ein zweites Zuhause.“

Aber mit dem Ende geht ein Neuanfang einher: Die aus Kroatien stammenden Geschwister eröffnen Mitte März den Braunauer Hof nahe dem Isartor wieder. Unter neuem Namen, den die Klarics noch nicht verraten. Der bisherige Wirt Rudi Plabst ist inzwischen 72 Jahre alt und mag nicht mehr. Bevor es so weit ist, wird der in die Jahre gekommene Braunauer Hof ab Januar modernisiert und verschönert. „Die Optik ist wichtig, wenn ein Wirtshaus funktionieren soll“, erklärt Kristina Klaric (42). Als sie das Lokal Löwe und Raute übernahmen, wurden zunächst die uneinsichtigen Butzenfenster ausgetauscht. „Wenn man in ein Lokal nicht reinschauen kann, ist das eine Hemmschwelle“, sagt Klaric. Auch der Braunauer Hof wirkt bislang nicht gerade einladend.

Für das Funktionieren eines bayerischen Wirtshauses sei außerdem die Qualität der Küche entscheidend. „Die Gäste sollen sich zwar nicht gezwungen fühlen, etwas zu essen, sondern auch nur etwas trinken können. Aber wenn jemand etwas essen will, dann muss es gut sein.“ Anders als im Franz Josef will Mario Klaric im Braunauer Hof den Schwerpunkt auf die Altmünchner Küche setzen. Schließlich war der Braunauer Hof für Spezialitäten wie Saures Lüngerl, Kalbsfuß und Schweinsnieren bekannt. Eine Tradition, die Klaric fortführen will. Nicht zuletzt, um die Stammgäste des Braunauer Hofes nicht zu vergraulen. Auf die Karte kommt zum Beispiel gepresster Kalbskopf mit Kartoffel-Endivien-Salat und Remouladensauce. Ein Schmankerl, für das gekochter und ausgelöster Kopf wie eine Wurst gerollt, in Scheiben geschnitten und in Butterschmalz gebraten wird.

Klar ist schon jetzt, dass die Klarics ein jüngeres Publikum gewinnen wollen. Bislang fühlen sich im Braunauer Hof vor allem Gäste über 60 Jahren wohl. „Ein Wirtshaus muss alle Altersklassen ansprechen“, sagt Kristina Klaric. Ein bisschen nervös sind sie und ihr Bruder schon mit Blick auf die neue Herausforderung. Der Braunauer Hof mit etwa 150 Plätzen drinnen und 300 im Wirtsgarten ist deutlich größer als das Franz Josef. „Wir haben durchaus Respekt vor der neuen Aufgabe. Aber wenn wir uns anstrengen, dann schaffen wir das.“

Bettina Stuhlweißenburg

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