Sorgenkind: Die Riemer Sophienkirche ist schon marode. ArchivFoto: Klaus Haag

Evangelische Kirche

Marode Gebäude: Bauunterhalt kostet die Kirche Millionen

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München - Der Unterhalt kirchlicher Gebäude im evangelisch-lutherischen Dekanat München bleibt eine Mammut-Aufgabe. Nicht alle Standorte, so deutet sich an, werden zu halten sein.

In einer Prioritätenliste der Dekanatssynode sind Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von fast 43 Millionen Euro aufgelistet. Für drei Projekte, die im laufenden Jahr beginnen sollen, hat die Synode in ihrer Sitzung am Dienstagabend grünes Licht gegeben:

  • Das Gemeindehaus der Petrikirche in Baldham wird für 300.000 Euro saniert.
  • Vom Turm der Jesuskirche in Haar stürzen Klinkerteile. Die Sanierung wird etwa 200.000 Euro kosten.
  • Im Gemeindehaus der Dachauer Gnadenkirche ist das Dach sanierungsbedürftig, Kosten: 110.000 Euro.

Acht weitere Objekte mit nochmals 3,72 Millionen Euro Kostenvolumen drängen sich in der Kategorie A, weil ihre Bausubstanz erheblich gefährdet ist oder weil von ihnen, zum Beispiel durch bröckelnde Fassadenteile, Gefahr für Leib und Leben ausgeht. 

Sorgen-Projekte im Stadtgebiet

Das jüngste Sorgenkind ist die Riemer Sophienkirche – „baufachlich nach zehn Jahren ein Fiasko“, wie Stefan Neukamm, Leiter der Bauabteilung, sagte. Das Glasdach über dem evangelischen Kirchenraum des ökumenischen Zentrums ist marode, die Sanierung wird rund 800.000 Euro kosten.

Die Türme bröckeln an der Kapernaumkirche in der Lerchenau, der Gethsemanekirche am Westpark, der Auferstehungskirche im Westend und der Bethanienkirche in Feldmoching. Bei der Schwabinger Erlöserkirche ist das Gemeindehaus sanierungsbedürftig, bei der Bethlehemskirche in Untermenzing das Kirchenschiff.

Dass Projekte aus dem Immobilienkonzept des Dekanats sowie Wünsche der Kirchengemeinden erst weiter unten auf der Liste stehen, heißt laut Kittelberger nicht unbedingt, dass sie später zum Zuge kommen. Über die Priorisierung müsse man sich noch gesondert unterhalten. Immerhin geht es dabei um Fälle wie die Dachsanierung von St. Johannes in Haidhausen. Hier ist schon ein zentraler Balken gebrochen. Großen Aufschub duldet die Sanierung nicht.

Von nicht benötigten Objekten trennen

Keinen Zweifel ließ Neukamm daran, dass nicht alle Objekte zu halten sein werden. „Die Kirchengemeinde wird langfristig nicht beide Objekte finanzieren können“ heißt es zum Beispiel bei Immanuel-Nazareth. Vor allem schrumpfende Gemeinden werden sich mit dem Gedanken befassen müssen, sich auf einen Standort zu konzentrieren und sich von nicht benötigten Immobilien zu trennen.

Als „Leuchtturmprojekt“ stellte Neukamm die Heilandskirche in Unterhaching heraus, die ihre Aktivitäten nach dem Motto „aus drei mach eins“ in einem Neubau für Gemeindehaus und Pfarrwohnung bündele. „So ein Projekt kann auch mal andere überholen“, so Neukamm. Sakralgebäude, darüber herrscht in der Synode Einigkeit, sollen nach Möglichkeit erhalten werden. Notfalls sind pfiffige Ideen gefragt. So baut die schrumpfende Evangeliumsgemeinde im Hasenbergl ihre zu groß gewordene Kirche um, und die Diakonie zieht ein. Die Last des Bauunterhalts ruht dann auf zwei Schultern.

Grundstücke besser nutzen

Um Einnahmen zu generieren, sollen Dekanatsgrundstücke besser als bisher genutzt werden. Im einen oder anderen Fall sei es möglich, ein Wohnhaus zu bauen oder bestehende Gebäude aufzustocken und Räume zu vermieten, so Neukamm.

Frei werdende Gebäude sollen nach Ansicht der Synode nicht verkauft, sondern gewinnbringend vermietet oder allenfalls in Erbpacht vergeben werden. „Es gibt in dieser Stadt keinen Quadratmeter, der sich nicht langfristig wirtschaftlich nutzen ließe“, sagte Bauausschuss-Mitglied Stephan Botta.

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