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Der Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum.

Rüge für Schnellschuss

Max-Mannheimer-Platz: Kritik an OB Reiter

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Dass die Maxvorstadt einen Max-Mannheimer-Platz bekommen soll, stößt im Ältestenrat auf große Zustimmung. Nicht jedoch das Vorgehen des Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD). Für seinen Schnellschuss wird der OB von nahezu allen Fraktionen kritisiert.

München - Reiter hatte vorgeschlagen, den Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum nach Max Mannheimer zu benennen – mit einer Pressemeldung hatte sich der Rathaus-Chef dieser Tage an die Öffentlichkeit gewandt. Und viele positive Reaktionen eingefahren.

Max Mannheimer, der im vergangenen September im Alter von 96 Jahren starb, hat unter den Nationalsozialisten grausam gelitten, beinahe alles verloren. Er hat das KZ Dachau überlebt und sich seitdem als Mahner dafür eingesetzt, dass die Menschen nicht vergessen. Dass der Platz in der Maxvorstadt nach dem Shoa-Überlebenden benannt werden soll, gilt mithin als gute Idee, als Ehrerbietung. Dass der OB mit dem Vorschlag allerdings eigenständig vorgeprescht ist, sorgt im Ältestenrat für Unmut.

Denn, so die Kritik, es gebe ungeschriebene Regeln, Absprachen, deren Einhaltung der OB selbst gegenüber den Stadträten anmahne. So heißt es aus Rathaus-Kreisen, es sei üblich, mit derlei Vorschlägen mindestens ein Jahr nach dem Tod des zu Ehrenden zu warten. Zum anderen sollten solche Vorschläge zunächst nicht öffentlich gemacht und zuvorderst im Ältestenrat besprochen werden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl.

Das gilt bisweilen auch für andere Themen. Überliefert ist etwa, dass sich Reiter im Vorjahr aufgeregt hatte, weil Details zum Sicherheitskonzept des Rathauses an die Öffentlichkeit geraten waren – bevor der Ältestenrat sich mit dem Konzept beschäftigen konnte. Der OB soll damals arg verschnupft gewesen sein. „Manchmal sind Regeln eben gewichtiger, wenn andere sie brechen als man selbst“, sagt Grünen-Fraktionschef Florian Roth. Michael Mattar (FDP) ergänzt: „Der OB mahnt uns immer an, dass wir uns strikt an die Regeln halten müssen. Das gilt natürlich auch für ihn.“ Das habe der OB eingesehen. Reiter selbst wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Alle übrigen Senats-Mitglieder sind sich aber einig: An der Sache selbst ändert das nichts, die Benennung des Platzes nach Max Mannheimer ist unstrittig. „Wir werden dem zustimmen“, sagt CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl. „Auch wenn wir über das Vorgehen irritiert sind.“ Zudem gebe es Wichtigeres, sagt Johann Altmann (Bayernpartei). Der OB habe einen Fehler gemacht, den dieser aber einsehe. „Für mich ist das keine große Sünde. Es gab in der Vergangenheit gravierendere Fälle, als Stadträte die Geheimhaltung viel mehr verletzt haben als in diesem Fall.“

Und weil das eben manchmal so ist: Wie aus dem Gremium jetzt bekannt wurde, soll eine Schule, möglicherweise in Freiham, nach Hildegard Hamm-Brücher benannt werden. Aber das wird noch geprüft. 

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