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Mehr Information über neue Sendemasten

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Umstrittene Sendemasten:
           Mit einer Spezialantenne wird hier die Elektrosmog-Belastung gemessen. 
            foto: haag / Archiv
Umstrittene Sendemasten: Mit einer Spezialantenne wird hier die Elektrosmog-Belastung gemessen. foto: haag / Archiv

München - Die Stadtverwaltung will die Münchner künftig besser über neue Mobilfunkanlagen informieren. Auf einer Karte im Internet sollen Bürger genau sehen können, in welchem Gebiet ein neuer Mobilfunkmast geplant ist.

Außerdem soll ein Ansprechpartner im Gesundheitsreferat benannt werden, bei dem man sich über die aktuelle Netzplanung informieren kann. Pläne für neue Sendemasten in München werden aber immer seltener. Münchner Handybesitzer dürften nur sehr selten über schlechten Empfang klagen: Rund 1030 Mobilfunk-Sendeanlagen gibt es im Stadtgebiet, 30 Prozent von ihnen werden von mehreren Netzbetreibern gemeinsam genutzt. Schon jetzt bietet das Referat für Gesundheit und Umwelt auf seinen Internetseiten eine Karte, die anzeigt, wo sich Antennen befinden (http://maps.muenchen.de/rgu/mobilfunkstationen). Künftig sollen dort auch sogenannte Suchkreise zu sehen sein – also Gebiete, in denen Netzbetreiber neue Anlagen errichten wollen. Das hatte der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl angeregt.

Ob die Strahlung der Mobilfunkmasten gesundheitsschädlich ist, wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Vorsichtshalber will die Stadtverwaltung die Strahlenbelastung der Bürger so gering wie möglich halten. Doch die Frage, wie man das am besten erreicht, sorgt ebenfalls für Diskussionen. Die CSU hatte gefordert, München solle dem Mobilfunkpakt II der bayerischen Staatsregierung beitreten. Dann hätte die Verwaltung gemeinsam mit den Mobilfunkanbietern einen runden Tisch und eine Arbeitsgruppe gründen müssen, um die Standorte zu diskutieren.

Die Stadt hält den Aufwand jedoch für unnötig – und bleibt beim bewährten Verfahren: Danach wird der betroffene Bezirksausschuss (BA) informiert, wenn ein Netzbetreiber in seinem Viertel einen Sendemast plant. Der ortskundige BA beurteilt dann, welches die günstigste Position für den Mast ist, um Bürger möglichst wenig Strahlung auszusetzen. Besonders achten die Lokalpolitiker darauf, dass die Anlagen nicht zu nahe an sensiblen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten errichtet werden. Dabei muss der BA freilich versuchen, sich mit dem Netzbetreiber zu einigen.

Denn am Ende steht eine für Mobilfunk-Gegner ernüchternde Erkenntnis: Weder die Stadt noch der BA können eine Sendeanlage rechtlich verhindern – wenn sich der Netzbetreiber mit dem Grundstückseigentümer einig ist und die Anlage die vorgeschriebenen Grenzwerte einhält.

Häufig werde jedoch ein Konsens über den Standort erreicht, denn auch den Mobilfunkanbietern sei nicht daran gelegen, die Anwohner gegen sich aufzubringen, heißt es bei der Stadt. Zudem wachse der Antennenwald deutlich langsamer. Der Bedarf in München sei größtenteils gedeckt. In den beiden vergangenen Jahren seien insgesamt nur noch rund 50 Antennen hinzugekommen.

Johannes Patzig

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