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Neue Zahlen der Stadt

Mehr Verstöße! Das sind die Schattenseiten der Münchner Altenheime

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Die Pflege in den Münchner Altenheimen ist oft unzureichend. Die Zahl der Missstände, die die Heimaufsicht aufgedeckt hat, ist sogar gestiegen. Bei fast 60 Prozent aller Kontrollen gab es Mängel.

München - Sie kommen unangemeldet und auch in der Nacht: Die Kontrolleure der Münchner Heimaufsicht sehen in den 60 Alten- und Pflegeheimen der Stadt nach, ob Bewohner anständig behandelt werden. Was die Prüfer im Auftrag von Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) berichten, sorgt oft für Aufsehen – und bisweilen für Entsetzen. Nun steht der Bericht für 2015 und 2016 an – und auch er bietet alles andere als Anlass zum Jubeln. 229 Kontrollen führte die Heimaufsicht in 60 Häusern durch – und nach tz-Informationen fanden die Prüfer bei 59 Prozent der Besuche Verstöße gegen die gesetzlichen Qualitätsanforderungen. 

Neun Prozent mehr als in den Jahren 2013 und 2014. Die Versorgung von 1783 der insgesamt 8300 Heimbewohner wurde unter die Lupe genommen. Und es haperte an unterschiedlichsten Stellen. 64 Mal war die Vorbedugung vor Stürzen und Druckgeschwüren nicht sachgemäß, 58 Mal gab es bei der Versorgung offener Wunden oder beim Umgang mit Schmerzen Mängel, 53 Mal wurden ärztliche Anordnungen nicht sachgerecht umgesetzt oder es gab Fehler bei der Medikamentengabe. Zunehmend zum Problem wird bei vielen Heimträgern offenbar die Personalnot. Bei insgesamt 33 Kontrollen war die sogenannte Fachkraftquote nicht eingehalten worden. Im Untersuchungszeitraum 2013 und 2014 waren nur 16 Mal zu wenig Fachkräfte im Heim gewesen. 

Die Heimaufsicht ordnete in zwei Einrichtungen die Erfüllung der Quote an, in sieben Einrichtungen musste ein vorübergehender Aufnahmestopp verhängt werden. 19 Einrichtungen nahmen freiwillig keine neuen Bewohner auf. Im Sozialreferat sieht man die Entwicklung mit Sorge. Es werde immer schwieriger, qualifiziertes und motiviertes Personal zu finden – die Folge sei ein „zunehmendes Personal- und Qualitätsproblem“, sagt Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD). Die „seit langem sehr angespannte Personalsituation wirkt sich entsprechend auf die Pflegequalität aus.“ Ein weiteres Problemfeld ist der Einsatz von Psychopharmaka, wenn er nur erfolgt, um den Pflegebedürftigen ruhigzustellen. Wie viele Mängel es 2015 und 2016 hier gab, listet der Bericht nicht auf. In welchen Häusern es Schiwerigkeiten gibt, kann man größtenteils selbst einsehen. 50 der insgesamt 60 Pflegeheime haben der freiwilligen Veröffentlichung der Prüfberichte zugestimmt. Zu finden im Internet unter www.heimaufsicht-muenchen.de.

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