+
Die Münchner Bevölkerung im Bild: Rechts unten sind die Viertel grün eingefärbt, die mehr Zu- als Wegzug verzeichnen.

Aktuelle Statistiken

Mehr Wegzug, weniger Wachstum: So verändert sich die Stadt

  • schließen

Das Bevölkerungswachstum der Stadt München hat sich verlangsamt.  Viele Münchner zieht es in die Region. Bei den Unter-18-Jährigen ist der Anteil mit Migrationshintergrund besonders groß.

München - München wächst weiter – aber nicht mehr ganz so stark wie in den vergangenen fünf Jahren. Ende 2016 lebten 1,542 Millionen Menschen in der Landeshauptstadt, 21 000 mehr als Ende 2015. Von 2014 bis 2015 hatte es noch einen Zuwachs von 31 000 Einwohnern gegeben. Ein Grund für den rückläufigen Trend: „Aufgrund des Mangels an Wohnraum zieht es vermutlich immer mehr Leute ins Umland“, sagte, Uta Thien-Seitz, die Leiterin des Statistischen Amtes, gestern bei der Vorstellung des neuesten Jahrbuches.

Viele Junge mit Migrationshintergrund

Dies betrifft offensichtlich besonders viele deutsche Familien. Den Statistikern zufolge sind im Vorjahr 45 000 Deutsche nach München gezogen, jedoch haben 50 650 die Stadt verlassen. Die meisten davon sind ins oberbayerische Umland abgewandert.

Das Einwohnerwachstum insgesamt erklärt sich durch das positive Zuwanderungssaldo bei Ausländern. Etwa 437 000 lebten Ende 2016 in der Stadt (2015: 419 000). Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 28,3 Prozent. Die Zahl der Deutschen mit Migrationshintergrund betrug zum 31. Dezember 229 295, die der Deutschen ohne Migrationshintergrund 876 412 – ein Anteil von 56,8 Prozent. Bei den Kindern bis 14 Jahren ist der Anteil von Deutschen mit Migrationshintergrund im Verhältnis zum Nachwuchs ohne Migrationshintergrund mit jeweils rund 41,5 Prozent in etwa gleich hoch.

Lieblingsnamen Emilia und Max

Zum zehnten Mal in Folge verzeichnete die Landeshauptstadt im Jahr 2016 einen Geburtenrekord mit 18 107 Babys. Der beliebteste Mädchenname war Emilia (2015: Anna), bei den Buben war abermals Maximilian der Favorit. Den höchsten Anteil an Kindern unter 18 Jahren gibt es in Trudering-Riem (20,4 Prozent), die meisten Senioren über 65 Jahre leben in Hadern (21,7 Prozent). 17,3 Prozent der Münchner sind älter als 65 Jahre, 367 Senioren sind sogar über 100 Jahre alt.

In 54,7 Prozent der 832 810 Münchner Haushalte wohnt nur eine Person. Besonders viele Singles leben in den zentrumsnahen Bezirken Maxvorstadt (68,9 Prozent), Altstadt-Lehel (64,8 Prozent) und Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt (64,7 Prozent). Am wenigsten Single-Wohnungen gibt es in Trudering-Riem (41,2 Prozent) und Allach-Untermenzing (41,6 Prozent). 9660 Wohnungen wurden im Jahr 2016 genehmigt, 7815 fertiggestellt.

Allach: 55 Autos auf 100 Erwachsene

Einen Zuwachs gibt es nach wie vor beim Kraftfahrzeugbestand, auch bei den Privatautos. 813 592 Fahrzeuge waren Ende 2016 gemeldet, knapp 20 000 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl privat genutzter Pkw wuchs von rund 507 000 auf 514 650. Die höchste Privat-Pkw-Dichte verzeichnet Allach-Untermenzing mit 55 Autos auf 100 volljährige Einwohner. Der Stadtdurchschnitt liegt bei 39. Auffällig allerdings: Im Vorjahr wurden 26,1 Prozent weniger Sportwagen zugelassen als im Jahr 2015.

Flott unterwegs sein kann man in München ohnehin nicht – im täglichen Verkehrschaos. Dass die Straßen immer voller werden, lässt sich auch an den Pendlerzahlen ablesen, wobei es hier keine aussagekräftigen Statistiken gibt, wie viele Arbeitnehmer mit dem Auto und wie viele mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Jedenfalls hat sich die Zahl der Einpendler in den vergangenen zehn Jahren um etwa 20 Prozent auf rund 368 000 erhöht. Die Zahl der Münchner, die außerhalb der Stadt arbeiten, verdoppelte sich in diesem Zeitraum sogar auf etwa 173 000.

Mehr Zahnärzte, weniger Apotheken

Im Gesundheitssektor der Stadt München gibt es zwei auffällige Trends: Immer mehr Zahnärzte, aber immer weniger Apotheken. Waren 2015 noch 1616 Zahnärzte registriert, so stieg die Zahl bis Ende 2016 auf 1690. Die Zahl der Apotheken im Stadtgebiet sank von 383 auf 371. Auch die Versorgung an Krankenhausbetten nimmt ab. Kamen 2015 noch 7,8 Betten auf 1000 Einwohner, waren es zum 31. Dezember 2016 nur noch 7,5.

Immer schwerere Zeiten kommen auf die Kinos in der Landeshauptstadt zu. Die Besucherzahl sank gegenüber 2015 fast schon dramatisch um 9,5 Prozent auf rund vier Millionen. Jeder Münchner war durchschnittlich 2,6 Mal im Kino.

Darum sollte jeder Münchner unsere Stadtviertel-Seiten auf Facebook kennen

Welches ist Ihr Münchner Viertel? Sendling? Ramersdorf? Moosach? Das Westend? Wir haben Facebook-Seiten gegründet, auf denen wir alles Wichtige, Aufregende und Schöne und Ihre Liebe zu diesem einen Viertel mit Ihnen teilen. Hier entlang zur Liste.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

U-Bahn zu voll – MVG will Verspätungs-Garantie nicht einlösen
Die MVG wirbt, dass man eine Erstattung im Wert einer Single-Karte bekommt, wenn ein Zug mehr als 20 Minuten Verspätung hat. tz-Leser Michael G. wurde aber trotzdem eine …
U-Bahn zu voll – MVG will Verspätungs-Garantie nicht einlösen
Sturm-Chaos - Unfall bei der S2: “Es gab einen mächtigen Schlag“
Die Orkan- und Gewitterwarnung des DWD am Donnerstagmorgen hat sich den gesamten Tag über auf das S-Bahn-Netz in München ausgewirkt. Erst am Nachmittag wurde es ruhiger. …
Sturm-Chaos - Unfall bei der S2: “Es gab einen mächtigen Schlag“
Zettel mit wichtiger Botschaft an Münchner Bäumen gefunden
Gut verpackt und mit einem Zettel versehen, hängen in München an einigen Bäumen Winterklamotten.
Zettel mit wichtiger Botschaft an Münchner Bäumen gefunden
Die besten Plätze für das Silvester-Feuerwerk in München
Wenn die Uhr am 31. Dezember auf Mitternacht umschlägt, sind alle Blicke in den Himmel gerichtet. Wo das Silvester-Feuerwerk in München am besten zu sehen ist, haben wir …
Die besten Plätze für das Silvester-Feuerwerk in München

Kommentare