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Wird ins Gefängnis gehen: Yevgen S. (42) hat die Taten am Freitag vor dem Landgericht gestanden.

Unfassbare Taten

Mehrere hundert Fälle: Kinderschänder muss in Haft

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Es sind unfassbare Taten: Viele hundert Male hatte er ein 14 Jahre altes Mädchen missbraucht und verprügelt: Vor Gericht legt Yevgen S. ein Geständnis ab.

München - Sie war erst 14 Jahre alt. Doch das hielt Yevgen S. (42) nicht davon ab, die kleine Maria (Name geändert) zu schlagen und zu missbrauchen. Seit Ende 2012 hatte er sich immer wieder über das Mädchen hergemacht – mehrere hundert Fälle listet die Anklage auf, die der ukrainische Sporttrainer am Freitagvormittag vor dem Landgericht nun eingeräumt hat.

Es sind unfassbare Taten. Allein 121 Mal verprügelte Yevgen S. das Mädchen, das er in der Ukraine kennengelernt hatte, zwischen März 2014 und Juli 2016 – auch mit Gegenständen, mit Seilen, Gürteln oder Ruten. „Teilweise musste sich die Geschädigte einen Zweig von einem Baum selbst aussuchen, mit dem sie dann geschlagen wurde“, heißt es in der Anklageschrift.

Seit Februar 2016 wohnten beide in München. Dann kam es täglich zu Übergriffen, Yevgen S. schlug Maria bis zu 164 Mal ins Gesicht, mit der Hand oder mit der Faust. Außerdem missbrauchte er sie zwei Mal pro Woche und zwang sie zu „energetischen Übungen“, die so aussahen, dass Maria ihn befriedigen musste – in mindestens 400 Fällen. Mehrfach kam es auch zum Geschlechtsverkehr. Dass Yevgen S. verheiratet war, störte ihn offensichtlich nicht. Er war auch Trainer der ukrainischen Nationalmannschaft im Klettersport.

Das Mädchen musste nicht aussagen

Vor Gericht macht er einen ruhigen Eindruck. Dass seine Schuld ihn belastet, ist nicht erkennbar. Im Prozess ließ er sich auf einen sogenannten Deal ein: Im Gegenzug für sein Geständnis wurde vor Gericht vereinbart, dass er eine Haftstrafe erhalten wird, die nicht mehr als vier Jahre und acht Monate Haft betragen wird.

Mit seiner Einwilligung in das Prozedere ersparte Yevgen S. der Geschädigten auch die leidvolle Aufgabe, vor dem Landgericht und Zuschauern gegen ihn auszusagen. Wie aus dem Prozess hervorging, ist Maria heute verheiratet, ihren Mädchennamen trägt sie nicht mehr. Zum Zeitpunkt der Taten war sie gerade 14 Jahre alt, mittlerweile ist sie 19. Ob und wie sie die Vielzahl an Taten verkraftet hat, ist nicht bekannt.

Vier weitere Verhandlungstage hat das Landgericht angesetzt. Zunächst wird am Montag weiterverhandelt, dann am kommenden Freitag sowie den darauf folgenden Montag und Dienstag. Das Urteil will Richterin Sigrun Broßardt am 22. August fällen.

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