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Merkur-Redakteur Klaus Vick. 

Merkur-Kommentar

Erhaltungssatzung: Stumpfe Waffe, und doch wichtig

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München - Die Immobilienwirtschaft sagt: Erhaltungssatzungen sind kontraproduktiv und staatlicher Dirigismus. Die Stadt sagt: Ohne dieses Instrument wäre das Mietniveau auf dem Münchner Wohnungsmarkt noch höher. Merkur-rRedakteur Klaus Vick über die Erhaltungssatzung. 

Und sie hat Recht: Würde die Verwaltung dieses scharfe Schwert nicht ziehen und auf ihr Vorkaufsrecht verzichten, wäre es um bezahlbaren Wohnraum in München noch viel schlechter bestellt. Insofern ist auch der Kauf des Hauses Müllerstraße 26 nur konsequent – auch wenn er womöglich viel Geld kostet.

Im Glockenbach- und Gärtnerplatzviertel gibt es dennoch eine Luxussanierung nach der anderen. Denn das Erhaltungssatzungsgebiet umfasst bei weitem nicht das ganze Viertel. Genau das ist das Problem: Nur in 15 bis 16 Prozent des Stadtgebietes gilt überhaupt eine Erhaltungssatzung. Auf ganz München gesehen, ist das scharfe Schwert also wohl eher eine stumpfe Waffe.

Die Stadt verhindert ohnehin nur das Schlimmste – und doch ist es gut, dass sie es tut. Denn Gegenden wie das Glockenbachviertel laufen immer mehr Gefahr, den liebenswerten Charakter zu verlieren, den eine bunt durchmischte Bevölkerung mit sich bringt. Wer glaubt, dass sich der Markt selbst regeln und günstiger Wohnraum erhalten bliebe, wenn man Immobilienwirtschaft und Hauseigentümer nur ließe, der glaubt auch ans Christkind.

Lesen Sie hier den großen Bericht zum Thema: Erhaltungssatzungen - Rettungsanker für tausende Wohnungen

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