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Kräne sind ihr weithin sichtbares Markenzeichen: Vom 11. bis 17. April lockt die bauma wieder Fachbesucher aus aller Welt nach München.

Messe München

Mit der Bauma auf Rekord-Kurs

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München - Die Messe München startet nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr durch: 2016 soll einen Rekordumsatz bringen und das Unternehmen erstmals völlig unabhängig von Zuschüssen der Gesellschafter Stadt und Freistaat machen. Zwei neue Hallen sollen die Anlage komplettieren.

Noch ist es ein Vierteljahr hin, bis die Bauma 2016 eröffnet. Doch der Aufbau der Weltleitmesse für Bau- und Bergbaumaschinen ist schon voll im Gang. Die mit 605 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche weltweit größte Fachmesse, die alle drei Jahre auf dem Münchner Messegelände stattfindet, schraubt die Gewinnerwartungen in die Höhe: Erstmals rechnet Messechef Klaus Dittrich mit 400 Millionen Euro Konzern-Jahresumsatz. Bei seiner Jahrespressekonferenz am Freitag sagte Dittrich, die Bauma zeige, wie lohnend das Auslands-Engagement des Unternehmens ist: Die Tochtermessen in Shanghai und Delhi hätten dazu geführt, dass der Zustrom zur Bauma aus China gestiegen sei.

 Von der CTT Moskau, der fünftgrößten Baumaschinenmesse der Welt, die die Messe München im Dezember gekauft hat, erwartet sich Dittrich einen ähnlichen Effekt. Auch in anderen Branchen gelte: Strategisches Engagement im Ausland stärke die Münchner Leitmesse. Die wirtschaftlichen Turbulenzen in China, die die Börsen weltweit in Aufregung versetzt haben, rauben Dittrich nicht den Schlaf. Man habe sich in den vergangenen Jahren über chinesische Wachstumsraten von 20 bis 30 Prozent gefreut, sei aber nicht überrascht von der „neuen Normalität“, die jetzt einkehre. „Für China ist das eine große Herausforderung, für uns eher eine gewohnte Situation“, sagte der Geschäftsführer.

 Noch lukrativer als für die Messe selbst ist die Bauma laut Dittrich für die gesamte Region München. Rund 500 000 Fachbesucher erwartet Dittrich in der Woche vom 11. bis 17. April. Die Gäste würden erfahrungsgemäß rund 3,6 Milliarden Euro in Hotels und Gastronomie, Handel und Nahverkehr lassen. Das physische Wachstum der Messe München wird 2016 seine Obergrenze erreichen: Im Juni beginnt der Bau zweier neuer Hallen und eines weiteren Konferenzzentrums. Die 105,8 Millionen Euro teuren Gebäude finanziert die Messe vollständig selbst. Wenn sie 2018 fertig sind, ist der Endausbau erreicht. Mehr denn je gilt dann, so der fürs Auslandsgeschäft zuständige Geschäftsführer Stefan Rummel: „Wer wachsen will, kann das nur im Ausland tun“. Auch im Inland gibt es freilich noch Verbesserungsbedarf.

Sehnlichst wünscht sich Dittrich eine direkte S-Bahn-Anbindung an den Flughafen. Zusammen mit den Umlandgemeinden setzt sich die Messe für den vierspurigen Ausbau der S2 nach Markt Schwaben und eine Schleife zur Messe ein. Das sei zwar „nicht übermorgen“ zu schaffen, und oberste Priorität habe die zweite Stammstrecke, so Dittrich. Doch er hoffe, dass das Projekt „in absehbarer Zeit“ zu verwirklichen sei. Nachdem die Messe München im vergangenen Jahr mit 30 Messen in München und im Ausland zum sechsten Mal in Folge einen Überschuss erwirtschaftet hat – netto flossen 12 Millionen Euro an die Gesellschafter –, steht 2016 wieder ein Mammutprogramm an.

Die Ispo wird vom 24. bis 27. Januar wieder alle Hallen füllen, und die gerade erst gekaufte Best-Ager-Messe „Die 66“ im MOC steht laut Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer mit weit über 45 000 Besuchern mittelfristig vor dem Sprung aufs Messegelände. Zwei große Medizinkongresse stehen an: Im März tagt der europäische Urologenkongress mit 12 000 Teilnehmern, und im September werden 15 000 Diabetologen das ICM und mehrere Messehallen belegen.

Als Leitmessen ihrer Branche gelten die Inhorgenta im Februar, die Internationale Handwerksmesse vom 24. Februar bis 1. März, die Labortechnik-Messe analytica im Mai, die Entsorger-Messe ifat (Mai/Juni) und die „electronica“ im November. Die weltweite Strahlkraft der Bauma soll in diesem Jahr genutzt werden, um caritative Ziele zu fördern. Eine ganze Reihe von Ausstellern engagiere sich weltweit gegen Hunger und Armut, für Bildung und Frieden, so Dittrich. Mit der „bauma Charity Alliance“ solle nun ein Netzwerk geschaffen werden, das auf dieses Engagement aufmerksam macht und zur Nachahmung anregt.

Peter T. Schmidt

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