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Ein kleines Paradies im Hinterhof: Michael Käfer hofft, dass in München noch viele weitere Gärten auf ungenutzten Dächern entstehen.

Kohlrabi auf dem Dach

Das ist Käfers urbanes Gartenparadies

  • Bettina Stuhlweißenburg
    VonBettina Stuhlweißenburg
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München - Ein kleines Paradies: Michael Käfer hat einen urbanen Gemüsegarten anlegen lassen – Kunden der Feinkosthandlung dürfen dort lustwandeln.

Nein, Anbautipps für die Physalis könne er nicht geben. „Ich habe keinen grünen Daumen“, gesteht Michael Käfer. Trotzdem hat er jetzt einen Garten eröffnet – auf dem 150 Quadratmeter großen Dach seiner Feinkosthandlung an der Prinzregentenstraße. Kohlrabi, Rotkraut, Kürbisse und Erbsen gedeihen hier. Kräuter, Beeren und essbare Blüten. Insgesamt 70 verschiedene Sorten. „Jetzt gibt es Bogenhausener Tomaten, die natürlich noch edler sind als die normalen. Trotzdem sind sie genauso preiswert wie alles, was es bei uns gibt“, scherzt Michael Käfer.

Die Kunden des Ladens erreichen den Dachgarten über eine Wendeltreppe von der Obst- und Gemüseabteilung aus. Sie können zwischen den Beeten lustwandeln – und sich ihre Ware direkt am Strauch aussuchen. „Fünf Paprika haben wir schon verkauft. Sie sehen, es hat sich hundertprozentig gelohnt“, sagt Käfer augenzwinkernd. Er ließ Entwässerungsrohre auf dem Dach verlegen, Rindenmulch aufschütten und Hochbeete anlegen. Zur Eröffnung des Dachgartens ist auch BR-Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz gekommen. „Mei, ist das entzückend!“, schwärmt sie.

Tatsächlich ist der Garten ein kleines Paradies. In dem die Käferkunden auch Anbautipps für zuhause bekommen – wenn auch nicht von Michael Käfer selbst, sondern von seinen Mitarbeitern. Sie erklären, wie man unbekannte Schmankerl wie Olivenkraut und die essbaren Blüten namens Mädchenauge verwendet. Auch die Köche vom Käfer-Restaurant bedienen sich im Gemüsegarten. Sie wollen hier alte und vergessene Gemüsesorten ziehen. Freilich kann Käfer nicht den gesamten Bedarf an Obst und Gemüse selbst produzieren. Aber darum geht es nicht. „Wir wollen ein Bewusstsein schaffen für regionale Produkte“, sagt Michael Käfer.

Bettina Stuhlweißenburg

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