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Beim Prozess im August war Sven Kittelmann gut gelaunt. Möglicherweise findet er die Verurteilung zu 600 000 Euro Schadenersatz weniger lustig.

Millionendieb Kittelmann muss 600 000 Euro zahlen

München - Der verurteilte Millionendieb Sven Kittelmann muss einem Sicherheitsunternehmen 600 000 Euro Schadenersatz für einen Teil der verschwundenen Beute bezahlen.

Fünf Monate nach der strafrechtlichen Verurteilung Kittelmanns zu sieben Jahren Haft gab eine Zivilkammer des Landgerichts München II am Dienstag der Klage der Düsseldorfer Firma gegen den 33-Jährigen statt. Wenn der Dieb voraussichtlich 2015 auf freien Fuß kommt, kann das Unternehmen damit alle Einkünfte oberhalb des Pfändungsfreibetrags eintreiben. Gegen Kittelmann erging vor dem Zivilgericht ein sogenanntes Versäumnisurteil, da er trotz fristgerechter Benachrichtigung vom Termin keinen Rechtsvertreter bestellte.

Kittelmann hatte als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma am 20. Januar 2007 im Landkreis Dachau einen Werttransporter mit den Einnahmen von Supermärkten in Höhe von gut 4,1 Millionen Euro gestohlen. Beim Umsteigen in ein gemietetes Fluchtauto hatte Kittelmann vier Geldsäcke mit insgesamt rund 500 000 Euro zurückgelassen. Gut 3,6 Millionen Euro waren verschwunden.

Die Versicherung erstattete der betroffenen Firma den Großteil des Schadens, die 600 000 Euro aber nicht. Bei der Summe handelte es sich um die Selbstbeteiligung, die bei derartigen Verträgen üblich ist. Das bestohlene Unternehmen hat seine deutschen Filialen inzwischen verkauft. Neuer Eigentümer der Sparte Werttransporte wurde die Firma aus Düsseldorf, die Kittelmann erfolgreich auf Schadenersatz verklagt hat.

Kittelmann wurde im April 2008 zufällig bei einer Schleierfahndung in einem Interregio zwischen Dresden und Nürnberg festgenommen und im August wegen Diebstahls zu sieben Jahren Haft verurteilt. In seinem Prozess gab er an, die Beute einer Frau zur Aufbewahrung gegeben zu haben, die Frau sei zum vereinbarten Treffen aber nicht erschienen.

dpa

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