Mit HIV infiziert: Frau will 110 000 Euro Schmerzensgeld

München - Von dem Mann, der sie mit dem HI-Virus angesteckt haben soll, fordert eine Klägerin hohes Schmerzensgeld. Heute beginnt der Prozess.

110 000 Euro Schmerzensgeld - das fordert eine Frau am Mittwoch vor dem Münchner Oberlandesgericht von dem Mann, der sie mit HIV angesteckt haben soll. Der Zivilprozess beginnt um 13.30 Uhr. Das Landgericht hatte der Klägerin in vorheriger Instanz das Geld zugesprochen, der Beklagte wehrt sich gegen das Urteil.

Das Gericht war davon überzeugt, dass die Frau sich „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ beim Sex mit dem Mann mit dem Virus angesteckt hat, das die Immunschwächekrankheit Aids auslösen kann. Vor Gericht soll am Mittwoch ein Sachverständiger zur Frage nach dem Ansteckungszeitpunkt gehört werden.

Mitschuld der Klägerin wird vielleicht mit berücksichtigt

Das Landgericht ging davon aus, der Mann habe zwar nicht sicher gewusst, dass er HIV positiv war, „aufgrund der Gesamtumstände sei ihm allerdings bekannt gewesen, dass für eine Infektion durchaus ein erhöhtes Risiko bestand“. Das Gericht glaubte auch den Ausführungen der Klägerin, der Mann habe vor dem Sex angegeben, er habe einen Aidstest machen lassen, der negativ ausgefallen sei.

Das OLG gab an, voraussichtlich zu einer ähnlichen Einschätzung zu kommen wie das Landgericht. Allerdings sei bei der Bemessung von Schadenersatz und Schmerzensgeld möglicherweise eine Mitschuld der Klägerin zu berücksichtigen.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © dpa

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